Eine Access Control List ist eine Liste, die zu einem Objekt festhält, wer damit was tun darf. Sie hängt an der Sache und nicht an der Person.
- Access Control List
Eine Liste, die zu einem Objekt festhält, wer damit was tun darf.
Beispiel: „Die Access Control List des Ordners erlaubt der Buchhaltung das Lesen und dem Dienstkonto das Schreiben.“Auch: ACL, Zugriffskontrollliste. Jeder Eintrag darin nennt einen Berechtigten und die erlaubten Tätigkeiten.
Abgrenzung zur Rollenverwaltung: Dort hängen die Rechte an einer Rolle und die Person bekommt die Rolle. Bei der ACL hängen sie am einzelnen Objekt.
Wo Access Control Lists im Alltag vorkommen
An vier Stellen, von denen drei selten als solche wahrgenommen werden. Im Dateisystem legen sie fest, wer eine Datei lesen und schreiben darf. Auf dem Router entscheiden sie, welcher Verkehr durchgelassen wird. Beim Speicherdienst in der Cloud bestimmen sie, ob ein Ordner öffentlich erreichbar ist, und genau dort entstehen die Vorfälle, bei denen Daten versehentlich im Netz stehen. Und in Redaktionssystemen regeln sie, wer welche Seite bearbeiten darf.
Worin der Unterschied zu Rollen liegt
In der Richtung der Frage. Eine ACL beantwortet „Wer darf etwas mit dieser Sache?“, eine Rollenverwaltung „Was darf diese Person überall?“. Beides hat seinen Platz: Für wenige Objekte mit besonderen Berechtigten ist die Liste am Objekt der kürzere Weg, für viele Personen mit gleichartigen Aufgaben die Rolle. In der Praxis laufen beide nebeneinander, und das ist der Anfang der Unübersichtlichkeit.
Woran Access Control Lists scheitern
Am Nachsehen. Niemand kann aus hundert Listen an hundert Objekten ablesen, worauf eine einzelne Person Zugriff hat; die Frage „was darf der ausgeschiedene Mitarbeiter noch?“ ist damit nicht zu beantworten. Dazu kommt das Erben: Rechte, die sich von einem Ordner auf alles darunter vererben, wirken an Stellen, an die beim Setzen niemand gedacht hat.
Wie ACLs trotzdem handhabbar bleiben
Mit Gruppen statt Personen und mit einer regelmäßigen Durchsicht. In der Liste steht nie eine Person, sondern immer eine Gruppe; wer dazugehört, wird an einer einzigen Stelle gepflegt. Und einmal im Jahr wird durchgesehen, wer worauf Zugriff hat, mit der Vorgabe aus Least Privilege als Maßstab. Beides ist unspektakulär und wird deshalb zuerst weggelassen.