Least Privilege ist der Grundsatz, dass jeder Zugang nur die Rechte bekommt, die er für seine Aufgabe braucht. Im Deutschen heißt er Prinzip der geringsten Rechte. Der Nutzen zeigt sich erst im Schadensfall: Ein übernommenes Konto kann nur das, was es ohnehin durfte.
- Least Privilege
Der Grundsatz, dass jeder Zugang nur die Rechte bekommt, die er für seine Aufgabe braucht.
Beispiel: „Nach Least Privilege bekam die Redaktion Schreibrechte und keinen Serverzugang.“Auch: Dazu gehört die zeitliche Grenze. Ein Zugang für ein Projekt endet mit dem Projekt, und ein Recht für einen einzelnen Vorgang wird danach wieder entzogen.
Abgrenzung zur Rollenverwaltung: Die ist das Werkzeug. Least Privilege ist die Regel, nach der die Rollen zugeschnitten werden.
Wie Least Privilege im CMS aussieht
Rollen statt Gewohnheit. Wer Texte schreibt, braucht kein Konto, das Erweiterungen installieren darf; wer eine Erweiterung installiert, braucht das Recht nur an diesem Tag. In einem CMS sind die Rollen vorgegeben, und der häufigste Fehler ist, allen die oberste zu geben, weil das Nachfragen spart.
Least Privilege auf dem Server und in der Datenbank
Dieselbe Regel, andere Schalter. Der Webserver läuft unter einem eigenen Benutzer ohne Rechte am restlichen System. Der Datenbankbenutzer der Anwendung darf lesen und schreiben, aber keine Tabellen löschen und keine Benutzer anlegen. Zugänge für Agenturen und Dienstleister bekommen ein Ablaufdatum.
Warum Least Privilege im Alltag scheitert
An der Bequemlichkeit und an fehlender Pflege. Rechte werden im Projektstress vergeben und danach nie wieder angefasst, geteilte Konten machen Nachvollziehbarkeit unmöglich, und ausgeschiedene Mitarbeiter bleiben im System. Die Gegenmaßnahme ist ein Termin: zweimal im Jahr die Liste der Zugänge durchgehen und streichen, was niemand mehr braucht.