Zeitlimits anpassbar heißt: Für jede Zeitgrenze, die eine Website setzt, muss es einen Weg geben, sie abzuschalten, einzustellen oder zu verlängern. Zeitdruck trifft sonst genau die Menschen, die länger brauchen.
- Zeitlimits anpassbar
Die Anforderung, dass sich Zeitgrenzen abschalten, verlängern oder ausdehnen lassen.
Beispiel: „Sind die Zeitlimits anpassbar, lässt sich die ablaufende Sitzung vor dem Ende verlängern.“Auch: Timing Adjustable, anpassbare Zeitvorgaben. Gemeint ist jede Grenze, die der Inhalt setzt, vom Sitzungsende bis zum Countdown im Bestellvorgang.
Abgrenzung zu bewegten Inhalten: Ein Karussell, das weiterspringt, setzt keine Zeitgrenze für eine Handlung. Dafür gilt ein eigenes Kriterium zum Anhalten bewegter Inhalte.
Die drei Wege
Erfolgskriterium 2.2.1 „Timing Adjustable“ auf Stufe A lässt die Wahl: Die Zeitgrenze lässt sich vorher abschalten, sie lässt sich vorher über einen weiten Bereich einstellen, mindestens auf das Zehnfache der Vorgabe, oder es gibt vor Ablauf eine Warnung mit mindestens zwanzig Sekunden Zeit, sie per einfacher Handlung zu verlängern.
Ausgenommen sind echte Echtzeitereignisse wie eine Auktion, Fälle, in denen die Frist Teil der Sache ist, und Grenzen jenseits von zwanzig Stunden. Alles andere fällt unter die Regel.
Wo Zeitlimits vorkommen
Häufiger als gedacht: die ablaufende Sitzung im Kundenkonto, die Reservierung im Warenkorb, der Einmalcode mit kurzer Gültigkeit, das Zeitfenster beim Ticketkauf, der Countdown eines Angebots.
Dazu kommen die unbeabsichtigten. Ein Formular, das nach einer Weile verfällt und die Eingaben mitnimmt, setzt eine Zeitgrenze, ohne dass jemand sie so geplant hätte.
Was das praktisch heißt
Vor dem Ablauf ein Hinweis mit einer Schaltfläche zum Verlängern, und zwar mit Ansage für Hilfsmittel. Nach dem Ablauf keine verlorenen Eingaben: Was eingetippt wurde, wird nach dem erneuten Anmelden wieder eingesetzt.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist der zweite Punkt der wichtigere. Eine abgelaufene Sitzung ärgert; ein verlorenes Formular nach zwanzig Minuten Arbeit beendet die Anfrage. Wer lange Formulare anbietet, speichert die Eingaben deshalb am besten laufend im Browser zwischen.