WYSIWYG steht für What You See Is What You Get, auf Deutsch etwa „Was du siehst, ist was du bekommst“. Gemeint ist ein Bearbeitungsprinzip, bei dem der Text während der Eingabe bereits so dargestellt wird, wie er später erscheint.
- WYSIWYG
Ein Bearbeitungsprinzip, bei dem die Eingabe schon wie das Ergebnis aussieht.
Beispiel: „Der WYSIWYG-Editor zeigt Überschriften und Listen sofort in ihrer späteren Form.“Auch: What You See Is What You Get.
Stammt aus der Textverarbeitung der 1970er Jahre und wurde von dort in die Weboberflächen übernommen.
Wo WYSIWYG im Web an seine Grenze stößt
Bei der Zusage selbst. Eine Website hat keine feste Seitengröße; dieselbe Überschrift bricht auf dem Telefon anders um als am Bildschirm. Was im Editor zu sehen ist, kann deshalb immer nur eine von vielen möglichen Darstellungen sein.
Daraus folgt eine Enttäuschung, die in jedem Projekt einmal auftritt: Eine Redakteurin setzt im Editor einen Zeilenumbruch, damit eine Überschrift schön zweizeilig steht, und auf dem Telefon steht das einzelne Wort allein. Der Editor hat hier mehr versprochen, als das Medium halten kann.
Warum ein strenger Editor besser ist
Weil er die Trennung von Inhalt und Gestaltung schützt. Ein Editor, der Schriftgrößen, Farben und Abstände anbietet, lädt dazu ein, Gestaltung in den Text zu schreiben; beim nächsten Relaunch steckt sie dann in tausend Inhalten fest.
Bewährt hat sich, nur das anzubieten, was Bedeutung trägt: Überschriftenebenen, Hervorhebung, Listen, Verweise. Wie eine Hervorhebung aussieht, entscheidet das Template, und das lässt sich später ändern.
Was an seine Stelle getreten ist
Bausteinorientierte Oberflächen. Statt eines freien Textfeldes mit Werkzeugleiste setzen Blockeditoren eine Seite aus benannten Elementen zusammen. Das Prinzip bleibt sichtbar, die Freiheit ist eingegrenzt.
Daneben hat sich für technische Redaktionen die Eingabe in Markdown gehalten. Sie zeigt nicht das Ergebnis, erzeugt dafür aber garantiert sauberen Inhalt und ist in jedem Texteditor lesbar.