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System Usability Scale (SUS)

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 24.09.2026

Die System Usability Scale ist ein Fragebogen aus zehn Aussagen, mit dem Teilnehmer nach einem Test bewerten, wie bedienbar sie ein System empfunden haben. John Brooke entwickelte sie 1986 als schnelles Behelfsmaß und gab sie zur freien Weitergabe heraus. Jede Aussage wird auf einer fünfstufigen Skala von „stimme überhaupt nicht zu“ bis „stimme voll zu“ beantwortet, das Ergebnis ist ein Wert zwischen 0 und 100. Dieser Wert ist keine Prozentangabe.

System Usability Scale (SUS)

Fragebogen aus zehn Aussagen, der die gefühlte Bedienbarkeit eines Systems zu einem Wert zwischen 0 und 100 verdichtet.
Beispiel: „Der SUS-Wert nach dem Relaunch lag bei 74 Punkten, vorher waren es 61.“

Auch: SUS. Häufige Fehlverwendung: Der Wert wird als Prozentangabe gelesen. 70 Punkte sind keine 70 Prozent erreichter Bedienbarkeit und auch nicht das 70. Perzentil.

Abgrenzung: Der SUS erfasst den Gesamteindruck eines Systems. Für die Bewertung einer einzelnen Ansicht oder eines einzelnen Formulars ist er nicht gebaut.

Wie der Fragebogen ausgewertet wird

Die zehn Aussagen sind abwechselnd positiv und negativ formuliert, was Zustimmung aus Bequemlichkeit erschweren soll. Für die Auswertung wird jede Antwort in einen Beitrag von 0 bis 4 Punkten umgerechnet: bei positiven Aussagen die angekreuzte Stufe minus eins, bei negativen fünf minus die angekreuzte Stufe. Die Summe aller zehn Beiträge wird mit 2,5 multipliziert und ergibt den Wert zwischen 0 und 100.

Der Wechsel der Formulierungsrichtung ist inzwischen umstritten. MeasuringU hat eine durchgehend positiv formulierte Fassung gegengeprüft und kam auf praktisch dieselben Werte, dafür auf weniger Verwechslungen beim Ausfüllen und beim Erfassen.

Was der Wert 68 bedeutet

Für die Einordnung existiert ein verbreiteter Vergleichswert: Jeff Sauro hat aus rund 500 Untersuchungen mit über 5.000 Teilnehmern einen Durchschnitt von 68 errechnet. Ein Ergebnis über 68 liegt damit über dem Durchschnitt aller ausgewerteten Systeme, ein Ergebnis darunter entsprechend darunter.

Die Rechnung dahinter überrascht viele. 68 Punkte entsprechen 68 Prozent der Höchstpunktzahl, im Rang liegen sie trotzdem nur in der Mitte. Ein Wert von 72 klingt nach Schulnoten mittelmäßig und liegt dennoch über dem Durchschnitt. Für die Kommunikation ins Management ist die Angabe als Perzentil deshalb verständlicher als die rohe Punktzahl.

Links der Fragebogen mit zehn Aussagen und fünfstufiger Antwortskala, daneben die Rechnung zum Gesamtwert. Darunter eine Skala von 0 bis 100 mit dem Durchschnitt bei 68 und einem Beispielwert.
Der Wert sieht aus wie eine Prozentangabe und ist keine. 68 Punkte entsprechen ungefähr dem Mittelfeld.

Wo der SUS im Projekt hilft

Der SUS kostet nichts, ist in zwei Minuten ausgefüllt und funktioniert nach moderierten wie nach unmoderierten Tests. Sein Nutzen liegt im Vergleich: dieselben zehn Aussagen vor und nach einem Relaunch, bei derselben Nutzergruppe und nach denselben Aufgaben.

Bei fünf Teilnehmern trägt der Wert allerdings eine große Unsicherheit, und eine konkrete Schwachstelle benennt er nie. Wir erheben ihn als Begleitzahl zum Test und lassen die Frage nach dem Warum bei der Beobachtung.

Siehe auch:

UX-KPIs

Messgrößen, mit denen sich die Qualität einer Benutzererfahrung über die Zeit vergleichbar beobachten lässt.

#Benutzererfahrung (UX)

Usability-Test

Prüfverfahren, bei dem echte Nutzer echte Aufgaben an einer Oberfläche erledigen, während jemand beobachtet und mitschreibt.

#Benutzererfahrung (UX)

Unmoderiertes Testing

Usability-Test, bei dem die Testperson die Aufgaben allein bearbeitet und die Aufzeichnung erst danach ausgewertet wird.

#Benutzererfahrung (UX)

Benutzererfahrung (UX)

Das gesamte Erleben eines Menschen im Umgang mit einem Produkt oder Dienst, vom ersten Kontakt bis nach der Nutzung.

#Benutzererfahrung (UX)