Die System Usability Scale ist ein Fragebogen aus zehn Aussagen, mit dem Teilnehmer nach einem Test bewerten, wie bedienbar sie ein System empfunden haben. John Brooke entwickelte sie 1986 als schnelles Behelfsmaß und gab sie zur freien Weitergabe heraus. Jede Aussage wird auf einer fünfstufigen Skala von „stimme überhaupt nicht zu“ bis „stimme voll zu“ beantwortet, das Ergebnis ist ein Wert zwischen 0 und 100. Dieser Wert ist keine Prozentangabe.
- System Usability Scale (SUS)
Fragebogen aus zehn Aussagen, der die gefühlte Bedienbarkeit eines Systems zu einem Wert zwischen 0 und 100 verdichtet.
Beispiel: „Der SUS-Wert nach dem Relaunch lag bei 74 Punkten, vorher waren es 61.“Auch: SUS. Häufige Fehlverwendung: Der Wert wird als Prozentangabe gelesen. 70 Punkte sind keine 70 Prozent erreichter Bedienbarkeit und auch nicht das 70. Perzentil.
Abgrenzung: Der SUS erfasst den Gesamteindruck eines Systems. Für die Bewertung einer einzelnen Ansicht oder eines einzelnen Formulars ist er nicht gebaut.
Wie der Fragebogen ausgewertet wird
Die zehn Aussagen sind abwechselnd positiv und negativ formuliert, was Zustimmung aus Bequemlichkeit erschweren soll. Für die Auswertung wird jede Antwort in einen Beitrag von 0 bis 4 Punkten umgerechnet: bei positiven Aussagen die angekreuzte Stufe minus eins, bei negativen fünf minus die angekreuzte Stufe. Die Summe aller zehn Beiträge wird mit 2,5 multipliziert und ergibt den Wert zwischen 0 und 100.
Der Wechsel der Formulierungsrichtung ist inzwischen umstritten. MeasuringU hat eine durchgehend positiv formulierte Fassung gegengeprüft und kam auf praktisch dieselben Werte, dafür auf weniger Verwechslungen beim Ausfüllen und beim Erfassen.
Was der Wert 68 bedeutet
Für die Einordnung existiert ein verbreiteter Vergleichswert: Jeff Sauro hat aus rund 500 Untersuchungen mit über 5.000 Teilnehmern einen Durchschnitt von 68 errechnet. Ein Ergebnis über 68 liegt damit über dem Durchschnitt aller ausgewerteten Systeme, ein Ergebnis darunter entsprechend darunter.
Die Rechnung dahinter überrascht viele. 68 Punkte entsprechen 68 Prozent der Höchstpunktzahl, im Rang liegen sie trotzdem nur in der Mitte. Ein Wert von 72 klingt nach Schulnoten mittelmäßig und liegt dennoch über dem Durchschnitt. Für die Kommunikation ins Management ist die Angabe als Perzentil deshalb verständlicher als die rohe Punktzahl.
Wo der SUS im Projekt hilft
Der SUS kostet nichts, ist in zwei Minuten ausgefüllt und funktioniert nach moderierten wie nach unmoderierten Tests. Sein Nutzen liegt im Vergleich: dieselben zehn Aussagen vor und nach einem Relaunch, bei derselben Nutzergruppe und nach denselben Aufgaben.
Bei fünf Teilnehmern trägt der Wert allerdings eine große Unsicherheit, und eine konkrete Schwachstelle benennt er nie. Wir erheben ihn als Begleitzahl zum Test und lassen die Frage nach dem Warum bei der Beobachtung.