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sitemap.xml

oder auch XML-Sitemap

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 15.10.2026

Die sitemap.xml ist eine Datei im XML-Format, die einer Suchmaschine die Adressen einer Website nennt. Sie liegt üblicherweise im Wurzelverzeichnis und wird in der robots.txt angegeben. Ihr Zweck ist das Auffinden von Seiten; über deren Bewertung sagt sie nichts.

sitemap.xml

Datei im XML-Format, die einer Suchmaschine die Adressen einer Website nennt.
Beispiel: „Die sitemap.xml meldet alle 253 Seiten des Glossars.“

Auch: XML-Sitemap. Das Format ist im Sitemaps-Protokoll festgelegt und wird von allen großen Suchmaschinen gelesen.

Abgrenzung zur Sitemap: Die Sitemap ist eine Seite für Besucher. Die sitemap.xml ist eine Datei für Maschinen und wird im Browser normalerweise nicht aufgerufen.

Drei Felder nebeneinander: links ein Struktogramm als Baum, in der Mitte eine Seite mit einer Liste aller Seiten, rechts eine XML-Datei mit urlset und url-Elementen
Die XML-Datei ist die einzige der drei Formen, die nicht für menschliche Leser gedacht ist.

Was in die Datei gehört

Pro Adresse ein url-Element mit der vollständigen Adresse im Feld loc. Optional kommen das Datum der letzten Änderung, die erwartete Änderungshäufigkeit und eine Priorität dazu. Die letzten beiden Angaben werden von Google nach eigener Aussage nicht ausgewertet.

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.de/</loc>
    <lastmod>2026-10-15</lastmod>
  </url>
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.de/leistungen/</loc>
  </url>
</urlset>

Den vollständigen Aufbau beschreibt das Sitemaps-Protokoll.

Die Datei hilft beim Finden

Die Datei hilft einer Suchmaschine, Adressen zu finden, besonders bei großen Websites und bei Seiten, auf die wenige interne Links zeigen. Ob eine Seite danach in den Index kommt, entscheidet die Suchmaschine weiterhin selbst.

Umgekehrt ersetzt die Datei keine ordentliche Verlinkung. Eine Seite, die nur über die sitemap.xml erreichbar ist, wird als unwichtig behandelt, weil ihr jeder Weg von innen fehlt.

Mehrere Dateien unter einem Index

Eine einzelne Sitemap fasst höchstens 50.000 Adressen und darf unkomprimiert 50 MB nicht überschreiten. Wer mehr Seiten hat, teilt sie auf mehrere Dateien auf und meldet statt der einzelnen Dateien eine Index-Datei an, die auf sie verweist.

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<sitemapindex xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-seiten.xml</loc>
    <lastmod>2026-10-15</lastmod>
  </sitemap>
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-blog.xml</loc>
  </sitemap>
</sitemapindex>

Der Index ist aufgebaut wie eine Sitemap, nur stehen in den Einträgen Dateien statt Seiten. Ein Index verweist dabei ausschließlich auf Sitemaps; Indexe von Indexen sieht das Format nicht vor.

Eigene Sitemaps für einzelne Bereiche

Die Aufteilung lohnt sich auch weit unterhalb dieser Grenze. Wer je Bereich eine eigene Datei führt, also eine für die Seiten, eine für den Blog und eine für die Referenzen, sieht in der Google Search Console für jede Datei getrennt, wie viele ihrer Adressen tatsächlich im Index stehen. Aus einer Gesamtzahl wird damit eine Aussage je Bereich.

In unseren Projekten ist das der eigentliche Gewinn der Aufteilung. Wenn von 900 gemeldeten Adressen 847 im Index stehen, weiß niemand, wo die 53 fehlen. Liegt der Blog in einer eigenen Datei, ist die Lücke sofort einem Bereich zugeordnet und meist auch einer Ursache.

Daneben gibt es Sitemaps für besondere Inhalte. Eine Video-Sitemap erweitert das Format um einen eigenen Namensraum und beschreibt je Seite das enthaltene Video mit Titel, Beschreibung, Vorschaubild und Abspieladresse. Nach demselben Muster arbeiten die Varianten für Bilder und für Nachrichten.

<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9"
        xmlns:video="http://www.google.com/schemas/sitemap-video/1.1">
  <url>
    <loc>https://beispiel.de/strandhaus/</loc>
    <video:video>
      <video:thumbnail_loc>https://beispiel.de/v.jpg</video:thumbnail_loc>
      <video:title>Rundgang Strandhaus</video:title>
      <video:description>Film zum Objekt in Hamburg.</video:description>
      <video:content_loc>https://beispiel.de/film.mp4</video:content_loc>
    </video:video>
  </url>
</urlset>

Pflicht ist das nicht. Google findet Videos auch ohne eigene Sitemap, wenn sie im Quelltext sauber ausgezeichnet sind. Die eigene Datei lohnt sich dort, wo Videos ein Kernbestandteil des Angebots sind und ihre Daten ohnehin aus einem System kommen.

Häufige Fehler

Der häufigste ist das Aufnehmen nicht kanonischer Adressen. Eine Sitemap soll nur die Adressen führen, die auch im Index stehen sollen, also keine Seiten mit noindex, keine Weiterleitungen und keine Varianten, deren Canonical woanders hinzeigt.

Ebenso häufig ist ein lastmod, das bei jedem nächtlichen Export neu gesetzt wird, obwohl sich nichts geändert hat. Wer das Feld pflegt, muss es ehrlich pflegen, sonst wird es ignoriert.

Siehe auch:

Sitemap

Seite, die alle Seiten einer Website als Liste zeigt und für Besucher gedacht ist.

#Website-Struktur

Canonical Tag

Angabe im Kopf einer HTML-Seite, die festlegt, welche URL als maßgebliche Fassung eines Inhalts gilt.

#Website-Struktur

Suchmaschine

Dienst, der Seiten im Web sammelt, ihren Inhalt auswertet und zu einer Suchanfrage eine sortierte Trefferliste ausgibt.

Klicktiefe

Anzahl der Klicks, die von der Startseite bis zu einer bestimmten Unterseite nötig sind.

#Website-Struktur