Security by Design ist der Grundsatz, Sicherheit beim Entwurf zu berücksichtigen und nicht nachträglich anzubauen. Die Entscheidungen, die am meisten bewirken, fallen vor der ersten Zeile Code.
- Security by Design
Der Grundsatz, Sicherheit beim Entwurf zu berücksichtigen und nicht nachträglich anzubauen.
Beispiel: „Security by Design heißt hier: Die Zahlungsdaten liegen gar nicht erst bei uns.“Auch: Das Gegenstück für den Datenschutz heißt Privacy by Design und steht als Pflicht in der Datenschutz-Grundverordnung.
Abgrenzung zur sicheren Voreinstellung: Security by Default meint, dass die Auslieferung schon sicher eingestellt ist. Beide gehören zusammen.
Was Security by Design praktisch bedeutet
Vier Fragen, die vor dem Bauen beantwortet werden. Welche Daten brauchen wir wirklich, und was lassen wir weg? Wer darf was, und wie wenig reicht, siehe Least Privilege? Was passiert, wenn ein Teil ausfällt oder übernommen wird? Und woran würden wir merken, dass etwas passiert ist? Die Antworten verändern den Entwurf, und genau deshalb müssen sie früh kommen.
Warum später alles teurer wird
Weil eine Entwurfsentscheidung später ein Umbau ist. Wer am Anfang festlegt, dass Zahlungsdaten beim Dienstleister bleiben, hat das Thema erledigt; wer sie erst speichert und später auslagert, hat eine Migration, einen Altbestand und eine Meldepflicht für den Zeitraum dazwischen. Dasselbe gilt für Mandantentrennung, Protokollierung und Rechte: Nachträglich eingezogen, berühren sie jeden Teil des Systems.
Wo der Grundsatz vorgeschrieben ist
An mehreren Stellen, und die Zahl wächst. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt Datenschutz durch Technikgestaltung und durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Für vernetzte Produkte kommen europäische Vorgaben hinzu, die Hersteller über die gesamte Lebensdauer in die Pflicht nehmen. Für die Praxis heißt das: Der Grundsatz ist aus der Empfehlung heraus und in die Nachweispflicht hinein gewandert.