Real Time Bidding ist die Versteigerung einer einzelnen Werbeeinblendung in dem Moment, in dem eine Seite geladen wird. Der ganze Vorgang dauert typischerweise unter hundert Millisekunden.
- Real Time Bidding (RTB)
Die Versteigerung einer einzelnen Werbeeinblendung in dem Moment, in dem eine Seite geladen wird.
Beispiel: „Beim Real Time Bidding entscheidet sich der Preis der Fläche erst beim Aufruf der Seite.“Auch: RTB, Echtzeitauktion. Es ist eine Form des Programmatic Advertising und nicht dasselbe: Auch feste Abschlüsse laufen programmatisch.
Der technische Standard dafür heißt OpenRTB und wird vom Interactive Advertising Bureau gepflegt.
Wie der Ablauf beim Real Time Bidding aussieht
In fünf Schritten. Die Seite wird aufgerufen. Das Verkaufssystem meldet die freie Fläche samt Angaben zum Umfeld und zum Besucher an den Marktplatz. Die Einkaufssysteme entscheiden und bieten. Das höchste Gebot gewinnt. Die Anzeige wird ausgeliefert.
Bezahlt wird meist nach dem Zweitpreisverfahren, also knapp über dem zweithöchsten Gebot; inzwischen haben mehrere Marktplätze auf das Erstpreisverfahren umgestellt.
Was beim Real Time Bidding übertragen wird
Mehr, als viele erwarten: die Adresse der Seite, Angaben zum Gerät, zum ungefähren Standort und, soweit vorhanden, Kennungen zur Wiedererkennung. Diese Anfrage geht an viele Einkaufssysteme zugleich.
Genau das ist der Punkt, an dem Datenschutzbehörden die Praxis beanstandet haben: Die belgische Behörde hat 2022 das verbreitete Einwilligungsmodell der Branche für rechtswidrig erklärt, und das Verfahren beschäftigt die Gerichte weiter.
Was Real Time Bidding für Werbetreibende bedeutet
Feinsteuerung und Verantwortung. Jede Einblendung einzeln bewerten zu können, ist der Vorteil; zu wissen, auf welchen Seiten das geschieht und welche Daten dabei fließen, die Pflicht.
Für kleinere Betriebe ist das ein Argument für die großen Plattformen: Dort übernimmt der Anbieter diese Verantwortung, und die Datenweitergabe an Dritte entfällt weitgehend.