Zum Inhalt springen

Prompt Engineering

oder auch Prompt-Design

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Prompt Engineering ist das methodische Entwerfen, Testen und Verbessern von Prompts. Gemeint ist der Unterschied zwischen einer Frage, die man einmal eintippt, und einer Anweisung, die hundertmal am Tag ein brauchbares Ergebnis liefern soll.

Prompt Engineering

Das methodische Entwerfen, Testen und Verbessern von Prompts.
Beispiel: „Nach drei Runden Prompt Engineering liefert die Anweisung 9 von 10 Mal eine brauchbare Meta-Beschreibung.“

Übliche Handgriffe: Beispiele mitgeben, die Anweisung in Abschnitte gliedern, eine Rolle vorgeben, dem Modell Raum zum Nachdenken lassen und eine große Aufgabe in mehrere aufeinanderfolgende Prompts zerlegen.

Abgrenzung: Die Prompt-Optimierung überlässt das Verbessern einem Programm, das Varianten erzeugt und misst. Fine-Tuning greift eine Stufe tiefer ein und ändert das Modell selbst.

Was die Arbeit voraussetzt

Ein Kriterium, an dem sich Erfolg messen lässt. Ohne das ist jede Änderung am Prompt Geschmackssache, und man dreht so lange an Formulierungen, bis man die eigene Erwartung wiedererkennt.

Anthropic nennt in der Übersicht zum Prompt Engineering drei Voraussetzungen, bevor man überhaupt anfängt: ein klar festgelegtes Erfolgskriterium, eine Möglichkeit, dagegen zu messen, und einen ersten Entwurf, den man verbessern will. Dort steht auch, dass sich manches Problem billiger durch ein anderes Modell lösen lässt als durch einen besseren Prompt.

Welche Handgriffe tatsächlich wirken

Beispiele schlagen Beschreibungen. Zwei gelungene Ergebnisse im Prompt bringen mehr als drei Absätze über den gewünschten Stil. Ebenso wirksam ist das Benennen dessen, was nicht vorkommen soll, denn die Hausregeln einer Redaktion kennt kein Modell von allein.

Struktur hilft dem Modell beim Auseinanderhalten. Wenn Anweisung, Beispiel und Material in klar getrennten Abschnitten stehen, sinkt die Gefahr, dass das Modell Teile des Materials für eine Anweisung hält. Was in jeder Unterhaltung gleich bleibt, wandert dabei in den System-Prompt.

Wo die eigentliche Arbeit liegt

Im Messen. In unseren Projekten entsteht der nützliche Teil eines Prompts fast immer aus Fehlversuchen: Man sammelt zwanzig Ergebnisse, markiert die schlechten, sucht das Muster und schreibt genau dagegen einen Satz. Diese Schleife ersetzt jede Sammlung angeblicher Wunderformulierungen.

Siehe auch:

Prompt

Die Eingabe, mit der ein Sprachmodell beauftragt wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)

System-Prompt

Die Anweisung, die vor dem Gespräch gesetzt wird und für jede Antwort darin gilt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Temperature (KI)

Der Wert, der festlegt, wie weit ein Modell von der wahrscheinlichsten Fortsetzung abweichen darf.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Fine-Tuning (KI)

Das Weitertrainieren eines fertigen Modells mit eigenen Beispielen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Kontextfenster

Die Textmenge, die ein Sprachmodell bei einer Anfrage gleichzeitig vor sich hat.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Halluzination (KI)

Eine erfundene Angabe, die ein Modell im Ton einer gesicherten Auskunft ausgibt.

#Künstliche Intelligenz (KI)