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Halluzination (KI)

oder auch KI-Halluzination

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Eine Halluzination ist eine erfundene Angabe, die ein Sprachmodell im Ton einer gesicherten Auskunft ausgibt. Der Satzbau stimmt, die Quelle klingt echt, die Zahl sieht plausibel aus, und trotzdem hat die Aussage keine Grundlage.

Halluzination (KI)

Eine erfundene Angabe, die ein Modell im Ton einer gesicherten Auskunft ausgibt.
Beispiel: „Das Aktenzeichen im dritten Absatz ist eine Halluzination, dieses Urteil gibt es nicht.“

Typische Formen: erfundene Quellen und Studien, falsche Paragrafen und Normnummern, ausgedachte Zitate, Funktionen einer Software, die es nicht gibt, und Zahlen, die der Form nach stimmen und dem Wert nach nicht.

Abgrenzung zum Fehler: Ein Rechenfehler ist falsch und als solcher erkennbar. Eine Halluzination ist falsch und sieht richtig aus. Genau das macht sie gefährlich.

Warum ein Modell erfindet

Weil ein Sprachmodell die wahrscheinlichste Fortsetzung ausgibt. Ob es für sie eine Grundlage gibt, geht in diese Rechnung gar nicht ein, denn das Modell hat keinen Begriff davon, was es weiß. Auf eine Frage nach einem Paragrafen ist eine Antwort, die wie ein Paragraf aussieht, wahrscheinlicher als das Eingeständnis, ihn nicht zu kennen.

Das Glossar von Google Cloud beschreibt eine Halluzination als selbstbewusste Antwort, der die Grundlage in den Trainingsdaten fehlt. Das Wort „selbstbewusst“ trifft den Kern: Am Tonfall ist nichts abzulesen.

Woran du sie erkennst

An der Genauigkeit. Je konkreter eine Angabe ist, für die das Modell keine Quelle nennt, desto genauer sollte man hinsehen. Aktenzeichen, Paragrafen, Erfolgskriterien, Seitenzahlen, Erscheinungsjahre und Prozentwerte gehören zu den Angaben, die am häufigsten danebenliegen.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten kennen wir das vor allem aus dem Bereich Barrierefreiheit: Nach einem bestimmten Erfolgskriterium gefragt, liefern Modelle bereitwillig eine Nummer samt Wortlaut, und beides stammt gelegentlich aus keiner Fassung der Richtlinie. Wer mit Gesetzen und Normen arbeitet, prüft jede Fundstelle am Original.

Was dagegen hilft

Dem Modell die Quellen mitgeben, statt es aus dem Gedächtnis antworten zu lassen. Genau das leistet RAG: Die Antwort entsteht aus Abschnitten, die vorher im eigenen Bestand gesucht wurden, und lässt sich an der Fundstelle prüfen. Dazu gehört, Belege ausdrücklich zu verlangen und Fragen zu stellen, deren Antwort man selbst nachschlagen kann.

Siehe auch:

RAG (Retrieval Augmented Generation)

Ein Verfahren, das vor der Antwort im eigenen Bestand sucht und den Fund in den Prompt legt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Kontextfenster

Die Textmenge, die ein Sprachmodell bei einer Anfrage gleichzeitig vor sich hat.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Large Language Models

Sprachmodelle mit sehr vielen Parametern, die das nächste Token vorhersagen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Temperature (KI)

Der Wert, der festlegt, wie weit ein Modell von der wahrscheinlichsten Fortsetzung abweichen darf.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Prompt

Die Eingabe, mit der ein Sprachmodell beauftragt wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Generative AI

Modelle, die neue Inhalte erzeugen, statt vorhandene nur einzuordnen.

#Künstliche Intelligenz (KI)