Neue TLDs sind die Endungen, die seit 2013 über das Bewerbungsprogramm der ICANN dazugekommen sind: .shop, .berlin, .app, .agency und über tausend weitere. Die Abkürzung nTLD steht für new generic Top-Level Domain.
- Neue TLDs (nTLDs)
Die Endungen, die seit 2013 über das Bewerbungsprogramm der ICANN dazugekommen sind.
Beispiel: „Unter den neuen TLDs war der Wunschname noch zu haben.“Auch: New gTLDs, neue Domainendungen. Gemeint ist immer die Abgrenzung zu den alten Endungen wie .com und zu den Länderendungen.
Abgrenzung zur gTLD: Die neuen Endungen sind technisch gTLDs. Der Zusatz neu benennt nur, dass sie aus den Bewerbungsrunden stammen.
Wie die neuen TLDs entstanden sind
Die erste Bewerbungsrunde lief 2012. Über 1.900 Anträge gingen ein, und ab 2013 kamen die Endungen nach und nach ins Netz. Bewerben konnte sich jede Organisation, die den Betrieb einer Vergabestelle nachweisen konnte, und manche Konzerne sicherten sich ihren eigenen Markennamen als Endung.
Die zweite Runde lief vom 30. April bis zum 12. August 2026. Die Prüfgebühr lag bei 227.000 US-Dollar je Bewerbung, was das Feld der Bewerber von vornherein begrenzt: Konzerne, Städte, Branchenverbände und spezialisierte Betreiber.
Welche neuen TLDs sich durchgesetzt haben
Wenige, und selten die, die als Geschäftsmodell gedacht waren. Gut angenommen sind Endungen mit klarem Bezug: Städtenamen wie .berlin oder .koeln, Branchen wie .shop und .immo, und bei Entwicklern .dev und .app, die beide nur über HTTPS ausgeliefert werden dürfen.
Der Bestand liegt trotzdem weiterhin ganz überwiegend bei den alten Endungen. Eine neue Endung ersetzt keine .de-Adresse für ein deutsches Unternehmen; sie steht daneben, wenn sie zum Namen passt.
Wann sich eine neue TLD lohnt
Wenn die Endung Teil des Namens wird. Eine Tischlerei unter einer .holz-Adresse oder eine Agentur unter .agency sagt mit zwei Silben, worum es geht. Wenn der Name unter .de längst vergeben ist, kann eine neue Endung außerdem der schnellere Weg zu einer kurzen Adresse sein.
Drei Dinge gehören dabei geprüft: der Preis im zweiten Jahr, denn Einführungspreise sind oft Lockangebote; die Vergabebedingungen, weil manche Endungen einen Nachweis verlangen; und die Verwechslungsgefahr, denn wer seine Adresse diktieren muss, erklärt eine ungewohnte Endung bei jedem Telefonat mit.