Das Inode-Limit ist die Höchstzahl an Dateien und Verzeichnissen, die ein Hostingtarif zulässt. Gezählt wird jeder Eintrag im Dateisystem, unabhängig von seiner Größe: Eine leere Datei zählt so viel wie eine von hundert Megabyte.
- Inode-Limit
Die Höchstzahl an Dateien und Verzeichnissen, die ein Hostingtarif zulässt.
Beispiel: „Das Inode-Limit des Tarifs lag bei 250.000, und allein der Cache hielt 180.000 Dateien.“Übliche Grenzen liegen zwischen 150.000 und einer Million. Die Zahl steht selten im Angebot und meist im Kleingedruckten oder in der Verwaltungsoberfläche.
Inode ist eine Prägung aus der Unix-Welt und wird als index node gelesen, auf Deutsch Indexknoten. Ritchie und Thompson beschrieben 1978 die i-number als Indexnummer in eine Systemtabelle, deren ausgewählter Eintrag der i-node ist; den Bindestrich hat der Sprachgebrauch später verschluckt.
Abgrenzung zum Speicherplatz: Dieser begrenzt die Menge an Bytes, das Inode-Limit die Anzahl der Einträge. Beide lassen sich unabhängig voneinander ausschöpfen.
Was ein Inode ist und was das Inode-Limit zählt
Ein Inode ist die Datenstruktur, die alles über eine Datei festhält außer ihrem Namen: Typ, Rechte, Eigentümer und Gruppe, Größe, die drei Zeitstempel, die Zahl der Namen, die auf sie zeigen, und die Lage der Blöcke auf dem Datenträger.
Der Name selbst steht im Verzeichnis, das ihn auf eine Inode-Nummer abbildet. Deshalb können zwei Namen dieselbe Datei bezeichnen, ohne sie zu verdoppeln, und deshalb gilt die einfache Regel: Ein Objekt belegt einen Inode, egal ob Datei, Verzeichnis, symbolischer Link oder einzelne E-Mail in einem Postfach, das jede Nachricht als Datei ablegt.
Nachsehen lässt sich die Nummer eines Namens mit ls -i, die Belegung des ganzen Dateisystems mit df -i. Die zweite Zahl ist die, gegen die ein Hostingtarif sein Limit setzt.
Woran ein erreichtes Inode-Limit zu erkennen ist
An Fehlern, die nach etwas anderem klingen. Ein Upload scheitert, eine Sitzung wird nicht gespeichert, ein Cache lässt sich nicht schreiben, und die Platte ist nach Anzeige halb leer. Genau diese Mischung deutet auf die Anzahl.
Nachsehen lässt sich das in der Verwaltungsoberfläche oder auf der Kommandozeile, indem die Einträge je Verzeichnis gezählt werden. Der größte Posten ist fast immer eine Stelle, die niemand im Blick hatte.
Welche Verzeichnisse das Inode-Limit ausschöpfen
Caches an erster Stelle. Ein Seitencache legt je Seite und Variante eine Datei ab, ein Bildcache je Größe eine weitere. Bei einem Shop mit zehntausend Artikeln und fünf Bildgrößen sind das fünfzigtausend Dateien allein für Vorschauen.
Danach kommen Protokolle und Sicherungen. Wer Logdateien ohne Rotation schreibt und Sicherungen im Webverzeichnis ablegt, sammelt beides unbegrenzt. Beides gehört aus dem Tarif heraus oder regelmäßig aufgeräumt.
Was gegen ein erreichtes Inode-Limit hilft
Aufräumen und auslagern. Alte Caches werden geleert, Sicherungen wandern zu einem Speicherdienst, und Protokolle bekommen eine Rotation mit begrenzter Aufbewahrung. Das schafft in der Regel genug Luft.
Wo das nicht reicht, ist der Tarif falsch gewählt. Ein virtueller Server kennt keine solche Grenze außer der des Dateisystems selbst, und die liegt um Größenordnungen höher.