Edge Hosting ist die Auslieferung aus dem Standort, der dem Besucher am nächsten liegt, statt aus einem einzigen Rechenzentrum. Der Anbieter betreibt viele kleine Standorte und führt dort neben den Dateien auch den Programmcode aus.
- Edge Hosting
Auslieferung aus dem Standort, der dem Besucher am nächsten liegt, statt aus einem einzigen Rechenzentrum.
Beispiel: „Die Seite läuft im Edge Hosting, deshalb antwortet sie in Sydney so schnell wie in Hamburg.“Auch: Edge Computing, Auslieferung am Netzrand. Englisch edge = Rand, gemeint ist der Rand des Netzes beim Nutzer.
Abgrenzung zum CDN: Ein CDN verteilt fertige Dateien. Beim Edge Hosting läuft an denselben Standorten auch die Anwendung, die die Seite erst erzeugt.
Was Edge Hosting wirklich einspart
Den Weg. Eine Anfrage von Sydney nach Frankfurt kostet allein auf der Strecke rund dreihundert Millisekunden, und das für jede der mehreren Runden, die ein Seitenaufruf braucht, siehe Netzlatenz.
Je mehr Runden eine Seite braucht, desto größer der Gewinn. Bei einer Seite, die ohnehin aus dem Zwischenspeicher kommt, bringt der Umbau wenig.
Woran Edge Hosting scheitert
An den Daten. Der Code läuft am Rand, die Datenbank steht irgendwo, und jede Abfrage legt die gesparte Strecke wieder zurück. Ohne verteilte Datenhaltung verschiebt der Umbau das Problem nur.
Dazu kommt die Umgebung: Die Laufzeiten am Rand sind beschnitten, längere Vorgänge und viele gewohnte Erweiterungen laufen dort nicht. Eine bestehende Anwendung zieht selten unverändert um.
Für wen Edge Hosting sich rechnet
Für Projekte mit Besuchern auf mehreren Kontinenten. Innerhalb Deutschlands liegt der Unterschied zwischen zwei Rechenzentren im einstelligen Millisekundenbereich und ist nicht zu bemerken.
Wer vor allem deutsche Besucher hat, holt mehr aus einem schnellen Zwischenspeicher und einem CDN für Bilder und Schriften als aus einem Umzug an den Netzrand.