Ein Domain Grabber registriert Domains in großer Zahl, um sie später weiterzuverkaufen. Sein Geschäft ist die Wette darauf, dass jemand einen Namen haben will, den er schon hält; strafbar ist daran zunächst nichts.
- Domain Grabber
Jemand, der Domains in großer Zahl registriert, um sie weiterzuverkaufen.
Beispiel: „Der Domain Grabber hielt zweitausend Namen und verkaufte davon zwanzig im Jahr.“Auch: Domaingrabbing, Domainsammler. Im Englischen heißen die großen Bestände domain portfolios und ihre Halter domain investors.
Abgrenzung zum Cybersquatting: Dort wird gezielt ein fremder Name oder eine fremde Marke besetzt, und das ist unlauter. Ein Domain Grabber sammelt allgemeine Begriffe und abgelaufene Namen, an denen niemand ein besonderes Recht hat.
Was ein Domain Grabber tut
Er sucht nach Namen mit Nachfrage. Dazu gehören allgemeine Begriffe wie versicherung-vergleich.de, kurze Buchstabenfolgen, Namen aus aufkommenden Themen und Domains, die gerade frei werden. Letztere fängt er über eine Backorder im Moment der Freigabe ab.
Verdient wird am Weiterverkauf, bei großen Beständen daneben an der Werbung auf Parkseiten. Die Rechnung geht nur mit Masse auf: Von tausend gehaltenen Namen verkaufen sich im Jahr einige wenige, und die müssen die Verlängerung aller anderen tragen.
Wo die Grenze zum Cybersquatting verläuft
Bei den Rechten anderer. Wer einen allgemeinen Begriff registriert, nimmt niemandem etwas weg; wer eine fremde Marke registriert, schon. Die Grenze ist keine Frage der Menge, sondern des einzelnen Namens.
Unscharf wird es bei Namen, die beides sind: Ein eingetragener Markenname, der zugleich ein gewöhnliches Wort ist, gehört nicht automatisch dem Markeninhaber. Deutsche Gerichte stellen darauf ab, ob der Halter ein eigenes Interesse an dem Wort hat oder ob er allein auf das Geschäft mit dem Markeninhaber zielt.
Wie sich mit einem Domain Grabber verhandeln lässt
Sachlich und über eine neutrale Adresse. Wer aus der eigenen Firmendomain schreibt, zeigt, wie wichtig ihm der Name ist, und der Preis steigt. Üblich ist die Anfrage über den Marktplatz, auf dem die Domain steht, oder über einen Vermittler.
Der Preis ist Verhandlungssache und folgt keiner Tabelle. Hilfreich ist, vorher eine Obergrenze festzulegen und eine Alternative zu haben: ein zweiter Name, eine andere Endung, ein Zusatz. Wer ohne Alternative verhandelt, zahlt den Preis des anderen.
Wie man ihm zuvorkommt
Durch frühe Registrierung. Sobald ein Name feststeht, gehört er gesichert, und zwar bevor er in einer Besprechung, einer Ausschreibung oder einem Markenregister auftaucht. Anmeldungen beim Markenamt sind öffentlich und werden von Sammlern ausgewertet.
Für bestehende Marken hilft eine jährliche Prüfung des eigenen Namens unter anderen Endungen. Was dabei auffällt, ist meist harmlos; was nicht harmlos ist, fällt umso früher auf, siehe Cybersquatting.