CEO-Fraud ist der Betrug mit einer angeblichen Anweisung der Geschäftsführung, meist auf eine eilige Zahlung. Im Deutschen heißt die Masche auch Chefmasche; sie trifft die Buchhaltung und nicht die Technik.
- CEO-Fraud
Der Betrug mit einer angeblichen Anweisung der Geschäftsführung, meist auf eine eilige Zahlung.
Beispiel: „Der CEO-Fraud verlangte eine Anzahlung für eine Übernahme, über die niemand sonst Bescheid wusste.“Auch: Der Oberbegriff lautet Business E-Mail Compromise, wenn das Postfach des Vorgesetzten tatsächlich übernommen wurde. Oft genügt den Tätern eine ähnliche Adresse, siehe Typosquatting.
Abgrenzung zum Whaling: Dort ist die Führungskraft das Opfer. Hier ist sie die Rolle, in die der Täter schlüpft.
Wie ein CEO-Fraud abläuft
In drei Zügen. Zuerst die Recherche: Wer darf zahlen, wer ist im Urlaub, welche Vorgänge laufen? Dann die Kontaktaufnahme mit einer Adresse, die der echten ähnelt, oder aus einem übernommenen Postfach. Zuletzt die Anweisung, verbunden mit Eile und Vertraulichkeit, oft kurz vor Feierabend oder vor einem Feiertag.
Was nachgebaute Stimmen daran geändert haben
Nachgebaute Stimmen haben den Rückruf entwertet, wenn er an die falsche Nummer geht. Aus wenigen Sekunden öffentlich verfügbarer Aufnahme lässt sich eine Stimme nachbilden, die am Telefon überzeugt, siehe Deepfake. Deshalb gilt: zurückrufen nur unter der Nummer aus dem eigenen Verzeichnis, nie unter der aus der Nachricht.
Was gegen CEO-Fraud schützt
Eine Zahlungsrichtlinie, die keine Ausnahme kennt. Festgelegt gehören: ab welchem Betrag zwei Personen freigeben, wie eine geänderte Bankverbindung bestätigt wird, und dass eine Freigabe per E-Mail keine Freigabe ist. Wichtig ist der Rückhalt von oben: Die Regel wirkt nur, wenn die Geschäftsführung selbst sie einhält und Nachfragen ausdrücklich erwünscht sind.