AES ist der verbreitetste symmetrische Verschlüsselungsstandard, festgelegt im Jahr 2001. Die Abkürzung steht für Advanced Encryption Standard, und das Verfahren dahinter hieß ursprünglich Rijndael, nach seinen beiden belgischen Entwicklern.
- AES
Der verbreitetste symmetrische Verschlüsselungsstandard, festgelegt im Jahr 2001.
Beispiel: „Die Sicherung ist mit AES-256 verschlüsselt.“Auch: Nach der Schlüssellänge unterscheidet man AES-128, AES-192 und AES-256.
Abgrenzung zu RSA: AES ist ein symmetrisches Verfahren und verschlüsselt Daten. RSA ist asymmetrisch und wird für Schlüsselaustausch und Signaturen gebraucht.
Woher der Standard kommt
Aus einem öffentlichen Wettbewerb. Die US-Normungsbehörde NIST suchte Ende der neunziger Jahre einen Nachfolger für den in die Jahre gekommenen DES und veröffentlichte alle eingereichten Verfahren zur Begutachtung. Rijndael setzte sich durch und wurde 2001 zum Standard erklärt. Dass das Verfahren von Anfang an offen lag und seitdem von vielen Seiten angegriffen wurde, ist der Grund für das Vertrauen, das es genießt.
Was die Schlüssellänge bedeutet
Die Zahl der möglichen Schlüssel, und damit den Aufwand, sie alle durchzuprobieren. AES-128 hat bereits mehr mögliche Schlüssel, als ein Angreifer in der Lebensdauer des Universums prüfen könnte; AES-256 liegt noch weit darüber. In der Praxis wird ein AES-Schlüssel deshalb nie erraten, sondern gefunden: in einer Konfigurationsdatei, in einem Repository oder im Speicher eines Rechners, zu dem jemand Zugang hat.
Wie das BSI AES einschätzt
Als empfohlen, in allen drei Längen. Die Technische Richtlinie TR-02102-1 führt AES-128, AES-192 und AES-256 in der Fassung vom 23.01.2026 als empfohlene Verfahren. Bekannt sind nur sogenannte Related-Key-Angriffe gegen AES-192 und AES-256, die voraussetzen, dass ein Angreifer mit mehreren Schlüsseln in bekannter Beziehung arbeiten kann; praktisch relevant sind sie nicht. Entscheidend für die Sicherheit ist also die Betriebsart und die Schlüsselverwaltung, nicht die Wahl zwischen 128 und 256 Bit.