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UX Writing

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 24.09.2026

UX Writing ist die Arbeit an den Texten einer Oberfläche: Beschriftungen entwerfen, Hinweise formulieren, Meldungen schreiben, im Test prüfen und überarbeiten. Gegenstand dieser Arbeit ist die Microcopy, also die kurzen Texte an den Bedienelementen selbst. UX Writing gehört damit zur Gestaltung. Der Text entsteht zusammen mit dem Entwurf, weil er die Bedienung mitträgt.

UX Writing

Die Arbeit an den Texten einer Oberfläche: Beschriftungen, Hinweise und Meldungen entwerfen, prüfen und überarbeiten.
Beispiel: „Das UX Writing für den Checkout machen wir vor dem Screen Design.“

Auch: Interface-Texten. Die Rolle heißt UX Writer, in größeren Produktteams auch Content Designer, wobei dort meist die Struktur der Inhalte mit dazugehört.

Abgrenzung zur Microcopy: Microcopy bezeichnet die Texte, UX Writing die Arbeit daran. Wer die Beschriftung einer Schaltfläche festlegt, betreibt UX Writing, auch ohne diese Rolle im Titel.

Der Text entsteht mit dem Entwurf

Platzhalter im Layout sind die Ursache der meisten späteren Probleme. Steht im Entwurf „Weiter“, passt der Knopf. Steht dort später „Termin verbindlich buchen“, passt er nicht mehr, und im Deutschen wird fast jede Beschriftung länger als in der englischen Vorlage. Wir schreiben die Texte deshalb schon auf der Stufe des Wireframes aus, mindestens die Beschriftungen aller Bedienelemente und die Überschriften.

Der zweite Grund ist inhaltlich. Beim Schreiben fällt auf, was in einem Ablauf noch nicht entschieden ist. Wenn sich ein Bestätigungstext nicht formulieren lässt, ohne eine Rückfrage zu stellen, fehlt im Konzept eine Regel.

Woran ein Interface-Text gemessen wird

Der Maßstab ist das Verhalten im Usability-Test. Zwei Fragen tragen den größten Teil: Benutzt der Text die Wörter, die die Nutzer selbst sagen? Und sagt eine Beschriftung, was nach dem Klick passiert?

Dazu kommt die Gleichheit der Benennung, und daran scheitern die meisten Projekte. Wenn ein Vorgang im Formular „Anfrage“ heißt, in der Bestätigungsmail „Auftrag“ und im Kundenkonto „Vorgang“, entsteht Unsicherheit, obwohl jedes Wort für sich richtig ist. Die Nielsen Norman Group beschreibt UX Writing deshalb als Arbeit mit denselben Mitteln wie Interaktionsdesign, nur mit Wörtern anstelle von Pixeln.

Wer im Projekt schreibt

In kleinen Teams gibt es keine eigene Rolle, und die Texte entstehen verstreut: ein Teil im Entwurf, der Rest in der Entwicklung und in der Redaktion. Damit das zusammenpasst, braucht es zwei Dinge: eine Person, die im Zweifel entscheidet, und eine Liste der festgelegten Begriffe.

Wir führen diese Liste als Teil des Styleguides, zusammen mit den Bausteinen der Oberfläche. Dort steht, wie der Vorgang heißt und welche Formulierung für einen Abbruch gilt. Ohne diese Liste wird jede Meldung neu erfunden.

Siehe auch:

Microcopy

Die kurzen Texte an Bedienelementen: Beschriftung einer Schaltfläche, Hinweis unter einem Feld, Text einer Bestätigung.

#Benutzererfahrung (UX)

Fehlermeldung (UX)

Rückmeldung in Textform, die benennt, welche Eingabe nicht angenommen wurde und was der Nutzer nun tun kann.

#Benutzererfahrung (UX)

Konsistenz im Interface

Das Prinzip, gleiche Dinge in einer Oberfläche gleich zu benennen, gleich zu gestalten und gleich reagieren zu lassen.

#Benutzererfahrung (UX)

Living Styleguide

Dokumentation der Oberflächenbausteine, die aus dem Produktivcode erzeugt wird und deshalb nicht veralten kann.

#Webdesign-Grundlagen