Interaktionsdesign gestaltet das Verhalten einer Oberfläche: was passiert, wenn jemand tippt, klickt, wischt oder wartet. Es beantwortet die Fragen, die ein statischer Entwurf offenlässt, und entscheidet damit darüber, ob sich eine Anwendung verständlich anfühlt oder anstrengend.
- Interaktionsdesign
Die Gestaltung des Verhaltens einer Benutzeroberfläche: der Reaktionen auf Eingaben, der Zustände dazwischen und der Rückmeldungen an den Nutzer.
Beispiel: „Beim Interaktionsdesign fiel auf, dass niemand merkt, wenn das Formular gespeichert hat.“Auch: Interaction Design, abgekürzt IxD. Die englische Form ist im Fachgespräch verbreiteter als die deutsche.
Abgrenzung zur Benutzererfahrung: Interaktionsdesign ist ein Teil davon. Die Benutzererfahrung umfasst zusätzlich Inhalt, Aufbau, Ladezeit und alles Weitere, was den Eindruck bestimmt.
Womit sich Interaktionsdesign beschäftigt
Der Ausgangspunkt ist immer eine Absicht des Nutzers und der Weg dorthin. Welche Schritte sind nötig, welcher Schritt ist der erste, und woran erkennt jemand, dass er am Ziel ist? Daraus ergeben sich die konkreten Fragen: Wie reagiert ein Element auf Berührung, was passiert während des Ladens, wie wird ein Fehler mitgeteilt, und wie kommt man aus einer Sackgasse wieder heraus.
Ein großer Teil der Arbeit steckt in den Fällen, an die beim Entwurf niemand denkt. Was zeigt eine Liste, die leer ist? Was passiert, wenn die Verbindung abbricht, während gespeichert wird? Was sieht jemand, der zum ersten Mal kommt und noch keine Daten hat? Diese Zustände entscheiden über den Eindruck oft stärker als der Normalfall, weil sie im ungünstigsten Moment auftreten.
Die Regeln, an denen es sich messen lässt
Drei Prinzipien tragen die meisten Entscheidungen. Erstens Rückmeldung: Jede Aktion braucht eine erkennbare Reaktion, und zwar sofort. Zweitens Vorhersagbarkeit: Gleiche Elemente verhalten sich überall gleich, und was aussieht wie ein Button, verhält sich auch so. Drittens Umkehrbarkeit: Wer etwas versehentlich auslöst, muss zurückkönnen, ohne den ganzen Weg noch einmal zu gehen.
Aus unserer Arbeit heraus ist die Rückmeldung der Punkt, an dem am häufigsten etwas fehlt. Ein Formular, das nach dem Absenden zwei Sekunden lang nichts tut, wird ein zweites Mal abgeschickt. Ein Ladezustand am Button hätte das verhindert.
Wo es sichtbar wird
Interaktionsdesign entsteht selten am Ende, sondern zusammen mit dem Aufbau. Ein Clickdummy zeigt früh, ob die Wege stimmen; die Zustände einzelner Bedienelemente gehören ins Design System, damit sie einmal entschieden und überall gleich sind. Bewegung setzt Motion Design um, das die zeitliche Seite derselben Fragen behandelt.