Ein True Positive ist ein Fall, den ein KI-Modell als zutreffend einordnet und der tatsächlich zutrifft. Es ist eines der vier Felder der Confusion Matrix und das Feld, an dem der Nutzen einer Erkennung hängt.
- True Positive (Richtig positiv)
Ein Fall, den ein Modell als zutreffend einordnet und der tatsächlich zutrifft.
Beispiel: „Von 200 gemeldeten Betrugsfällen waren 140 True Positives und 60 Fehlalarme.“Die vier Felder zusammen: richtig erkannt, fälschlich gemeldet, übersehen und richtig durchgelassen. Jede Kennzahl der Bewertung lässt sich aus diesen vier berechnen.
Im Deutschen stehen zwei Formen nebeneinander: richtig positiv, die in Statistik und Medizin eingeführte Fügung, und wahr positiv als wörtlichere Übersetzung. In Werkzeugen und Berichten steht fast immer die englische Form.
Warum die Zahl allein nichts sagt
Weil sie ohne die anderen drei Felder unvollständig ist. Ein Modell, das jeden Fall meldet, hat die höchstmögliche Zahl an richtigen Treffern und ist wertlos, weil es ebenso viele Fehlalarme erzeugt. Erst im Verhältnis zu den fälschlich gemeldeten und den übersehenen Fällen entsteht eine Aussage, siehe Präzision und Trefferquote.
Wo die Zahl im Alltag auftaucht
In jedem Bericht über eine Erkennung. Betrugsprüfung, Spamfilter, Qualitätskontrolle, medizinische Vorbefunde: Überall zählt zuerst, wie viele der gesuchten Fälle gefunden wurden. Die Zahl steht dann meist neben der Gesamtzahl der gemeldeten, und genau dieses Verhältnis ist die interessante Angabe.
Was sich damit steuern lässt
Die Schwelle. Senkt man sie, steigen die richtigen Treffer und die Fehlalarme gleichzeitig; hebt man sie, sinken beide. Es gibt keine Einstellung, die nur das eine verbessert, und deshalb beginnt jede Festlegung mit der Frage, was teurer ist: ein übersehener Fall oder ein unnötiger Alarm.
Was in der Abnahme dazugehört
Die absolute Zahl und nicht nur der Anteil. Neunzig Prozent erkannte Fälle klingen gut und bedeuten bei zehntausend Vorgängen am Tag tausend übersehene. Wer eine Erkennung einführt, rechnet deshalb in Stückzahlen je Tag, weil daran die Arbeit hängt und nicht an der Quote.