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Reverse Proxy

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 02.11.2026

Ein Reverse Proxy ist ein Server, der Anfragen aus dem Netz annimmt und an die Anwendung dahinter weitergibt. Nach außen tritt er als die Website auf; was dahinter läuft, bleibt verborgen. Fast jede größere Website hat einen davor.

Reverse Proxy

Ein Server, der Anfragen annimmt und an die Anwendung dahinter weitergibt.
Beispiel: „Der Reverse Proxy nimmt die verschlüsselte Verbindung an und spricht nach hinten unverschlüsselt im eigenen Netz.“

Verbreitet ist nginx in dieser Rolle, dazu Traefik und die Vorposten der CDN-Anbieter.

Abgrenzung zum gewöhnlichen Proxy: Der steht beim Nutzer und vermittelt dessen Anfragen nach außen. Der Reverse Proxy steht beim Anbieter und vermittelt fremde Anfragen nach innen.

Was ein Reverse Proxy übernimmt

Die Verschlüsselung, die Verteilung auf mehrere Anwendungsserver, einen Zwischenspeicher für gleiche Antworten und das Abfangen von Überlast. Jede dieser Aufgaben wäre in der Anwendung aufwendiger zu lösen.

Dazu kommt die Trennung der Zuständigkeiten. Das Zertifikat liegt an einer Stelle statt in jeder Anwendung, und eine neue Anwendung dahinter braucht kein eigenes.

Warum hinter einem Reverse Proxy die IP-Adresse fehlt

Weil die Anwendung als Gegenstelle den Proxy sieht. In den Server Logs steht dann für jeden Besucher dieselbe Adresse, und Sperren oder Statistiken gehen daneben.

Behoben wird das über ein zusätzliches Feld in der Anfrage, in dem der Proxy die ursprüngliche Adresse mitgibt. Die Anwendung muss dieses Feld auswerten, und sie darf es nur dem eigenen Proxy glauben.

Was ein Reverse Proxy nicht löst

Eine langsame Anwendung. Was der Zwischenspeicher nicht abdeckt, geht weiter nach hinten und dauert dort genauso lange wie vorher.

Dazu kommt ein zusätzlicher Teil, der ausfallen kann. Steht der Vorposten, ist die Website nicht erreichbar, auch wenn die Anwendung dahinter einwandfrei läuft.

Siehe auch:

Proxy

Ein Vermittler, der Anfragen stellvertretend weiterreicht.

#Hosting & Webserver

Load Balancing

Die Verteilung von Anfragen auf mehrere Server, damit keiner überlastet wird.

#Hosting & Webserver

CDN (Content Delivery Network)

Ein Netz verteilter Server, das Dateien einer Website vom nächstgelegenen Standort ausliefert.

#Hosting & Webserver

Virtual Host (vHost)

Die Konfiguration, mit der ein Webserver mehrere Websites unter einer Adresse auseinanderhält.

#Hosting & Webserver

nginx

Ein Webserver, der viele gleichzeitige Verbindungen mit wenig Arbeitsspeicher bedient.

#Hosting & Webserver

Server Logs

Die Protokolle, in denen ein Server jeden Aufruf und jeden Fehler festhält.

#Hosting & Webserver