Rechteeskalation ist der Schritt von einem gewöhnlichen Zugang zu einem mit mehr Rechten. Auf Englisch heißt sie Privilege Escalation.
- Rechteeskalation
Der Schritt von einem gewöhnlichen Zugang zu einem mit mehr Rechten.
Beispiel: „Nach der Rechteeskalation hatte der Angreifer Verwalterrechte auf dem Server.“Auch: Privilege Escalation. Unterschieden werden die senkrechte Richtung, also mehr Rechte, und die waagerechte, also die Rechte eines anderen Kontos auf derselben Ebene.
Abgrenzung zum ersten Eindringen: Das verschafft überhaupt einen Zugang. Die Rechteeskalation ist fast immer der zweite Schritt.
Wie eine Rechteeskalation in der Praxis gelingt
Selten über eine spektakuläre Lücke, meist über Schlamperei. Die häufigsten Wege: ein Dienst, der mit Verwalterrechten läuft, obwohl er sie nicht braucht; Zugangsdaten in einer Konfigurationsdatei, die für alle lesbar ist; ein Skript, das jeder ändern darf und das ein anderer mit höheren Rechten ausführt; und veraltete Software im System, für die ein Exploit kursiert.
Warum sie der entscheidende Schritt ist
Weil der erste Zugang allein wenig wert ist. Ein Konto ohne besondere Rechte sieht wenig und kann wenig; erst mit Verwalterrechten lassen sich Spuren verwischen, weitere Zugänge anlegen und andere Systeme erreichen. In der Kette eines Angriffs ist die Rechteeskalation deshalb das Gelenk zwischen Eindringen und Schaden.
Was eine Rechteeskalation erschwert
Vor allem konsequent vergebene Rechte, siehe Least Privilege. Jeder Dienst läuft unter einem eigenen Konto mit genau den Rechten, die er braucht; Konfigurationsdateien mit Zugangsdaten sind nur für dieses Konto lesbar; und Systeme bekommen ihre Aktualisierungen zügig. Dazu kommt die Trennung: Ein übernommenes System soll nicht automatisch Zugang zu den nächsten haben.