Query Expansion ist das Erweitern einer Suchanfrage um verwandte Begriffe, bevor gesucht wird; in KI-Systemen übernimmt das heute ein Sprachmodell. Aus „Rechnung storniert“ wird so zusätzlich „Gutschrift“, „Stornierung“, „Rechnungskorrektur“, und damit findet die Suche auch Dokumente, die das gesuchte Wort nie benutzen.
- Query Expansion
Ein KI-System erweitert eine Suchanfrage um verwandte Begriffe, damit mehr Passendes gefunden wird.
Beispiel: „Die Query Expansion fand den Abschnitt, weil er von Gutschrift sprach und niemand von Storno.“Klassisch geschah das über Wörterbücher und Wortstämme. Heute übernimmt es ein Sprachmodell, das aus der Frage mehrere Formulierungen erzeugt und alle davon sucht.
Das Gegenstück ist die Einengung: Bei zu vielen Treffern werden Begriffe ergänzt, die den Suchraum verkleinern. Beides zusammen gehört zum Query Understanding.
Warum es bei deutschen Texten besonders zählt
Wegen der Zusammensetzungen. „Rechnungsstornierung“, „Storno der Rechnung“ und „Rechnung stornieren“ sind für eine Stichwortsuche drei verschiedene Dinge und für einen Menschen dasselbe. Eine Erweiterung der Anfrage überbrückt genau diese Lücke, und sie wirkt im Deutschen stärker als im Englischen.
Wo die Grenze liegt
Bei der Genauigkeit. Jeder zusätzliche Begriff holt auch Unpassendes herein, und ab einem gewissen Punkt findet die Suche alles und damit nichts. Deshalb gehört hinter eine Erweiterung fast immer eine Sortierung, siehe Reranker.
Was es für die eigene Website bedeutet
Dass die Suche auf der Website davon ebenso profitiert wie ein Assistent. Wer eine Suche einbaut, die nur Zeichenketten vergleicht, lässt Nutzer an Formulierungen scheitern. Schon eine einfache Erweiterung um Synonyme aus dem eigenen Fachgebiet hebt die Trefferquote spürbar, und sie braucht kein Sprachmodell. Die Liste dafür entsteht am besten aus den tatsächlichen Suchanfragen auf der eigenen Seite: Was Nutzer eingeben und nicht finden, ist der Rohstoff für die Erweiterung. Diese Liste gehört in regelmäßige Durchsicht, weil sie zugleich zeigt, welche Inhalte fehlen. Zweimal im Jahr reicht, und eine halbe Stunde genügt dafür. Oft sind es dieselben fünf Begriffe, an denen die Suche scheitert.