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Information Retrieval

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Information Retrieval ist das Fachgebiet, das sich mit dem Auffinden relevanter Inhalte in großen Beständen befasst. Es ist deutlich älter als die heutige KI-Welle und liefert die Begriffe und Maße, mit denen Suche bis heute gemessen wird.

Information Retrieval

Das Fachgebiet, das sich mit dem Auffinden relevanter Inhalte in großen Beständen befasst.
Beispiel: „Die Begriffe aus dem Information Retrieval beschreiben auch die Suche in einem KI-System genau.“

Von dort stammen die Maße, die jede Suche beschreiben: Trefferquote für den Anteil der gefundenen relevanten Dokumente, Genauigkeit für den Anteil der relevanten unter den gefundenen, und der Platz des ersten brauchbaren Treffers.

Ebenso von dort: die Gewichtung seltener Wörter, die Zerlegung in Wortstämme und das Verfahren BM25, das in vielen Suchsystemen bis heute die Grundlage bildet.

Warum das Fach wieder zählt

Weil jedes KI-System mit Wissensanbindung eine Suche enthält. Die Aufmerksamkeit liegt beim Sprachmodell, der Engpass liegt fast immer bei der Suche davor. Wer die alten Maße kennt, misst die richtigen Dinge: Wie oft steht die beantwortende Stelle überhaupt unter den gefundenen, und an welcher Position?

Was sich geändert hat

Die Art des Vergleichs. Klassisch wurde über Wörter verglichen, heute zusätzlich über Bedeutungen im Zahlenraum, siehe Embedding. Das löst das alte Problem der verschiedenen Formulierungen und erzeugt ein neues: Vektorähnlichkeit kann Ähnlichkeit vortäuschen, wo inhaltlich nichts zusammengehört.

Was bleibt

Die Erkenntnis, dass Suche ein Zweistufenproblem ist: erst viel finden, dann gut sortieren. Diese Aufteilung ist Jahrzehnte alt und beschreibt moderne Systeme aus Retriever und Reranker genauso gut wie eine Bibliothekssuche der 1970er Jahre. Wer ein solches System baut, findet in der älteren Literatur deshalb mehr Brauchbares, als der Zeitabstand vermuten lässt. Besonders die Maße sind unverändert brauchbar und lassen sich auf jede KI-Suche anwenden. Sie sind zugleich der einfachste Weg, ein System zu bewerten, ohne sein Innenleben zu kennen. Das gilt auch beim Einkauf einer fertigen Lösung.

Siehe auch:

Retriever (KI)

Der Teil eines KI-Systems, der zu einer Frage die passenden Textstellen heraussucht.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Reranker

Ein Modell, das die gefundenen Textstellen nach ihrer Nützlichkeit neu sortiert.

#Künstliche Intelligenz (KI)

RAG (Retrieval Augmented Generation)

Ein Verfahren, das vor der Antwort im eigenen Bestand sucht und den Fund in den Prompt legt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Query Understanding

Das maschinelle Erfassen, was jemand mit einer Suchanfrage tatsächlich meint.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Embedding

Eine von einem KI-Modell berechnete Zahlenreihe, die die Bedeutung eines Textes abbildet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Generative Search

Eine Suche, die eine formulierte Antwort liefert statt einer Liste von Treffern.

#Künstliche Intelligenz (KI)