Zum Inhalt springen

Passwort Policy

oder auch Password Policy, Passwortrichtlinie

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 05.11.2026

Eine Passwort Policy ist die Sammlung der Regeln eines Systems für Aufbau, Länge und Wechsel von Passwörtern. Was lange als gute Regel galt, gilt inzwischen als schädlich.

Passwort Policy

Die Regeln eines Systems für Aufbau, Länge und Wechsel von Passwörtern.
Beispiel: „Die Passwort Policy verlangt fünfzehn Zeichen und keinen regelmäßigen Wechsel mehr.“

Auch: Passwortrichtlinie, Password Policy.

Abgrenzung zur Sicherheitsrichtlinie: Die regelt den Umgang mit allem, die Passwort Policy nur diesen einen Punkt.

Was in eine Passwort Policy heute hineingehört

Die US-Normungsbehörde NIST hat ihre Empfehlungen in der vierten Fassung von SP 800-63B deutlich geändert. Vier Punkte daraus sind für jede Passwort Policy maßgeblich.

Was NIST verlangt

Wortlaut

Was daraus folgt

Mindestlänge

„a minimum of 15 characters“

Acht Zeichen reichen nur zusammen mit einem zweiten Faktor

Höchstlänge

„at least 64 characters“

Lange Passphrasen dürfen nicht abgeschnitten werden

Zeichenregeln

„SHALL NOT impose other composition rules“

Keine Pflicht zu Sonderzeichen, Ziffern und Großbuchstaben

Wechselzwang

„SHALL NOT require subscribers to change passwords periodically“

Gewechselt wird, wenn es einen Anlass gibt

Daraus folgt eine Policy, die kürzer ist als die alte: Länge verlangen, gegen Listen bekannter Passwörter prüfen, lange Eingaben zulassen und den Rest sein lassen.

Warum der erzwungene Wechsel schadet

Weil er zu vorhersehbaren Passwörtern führt. Wer alle neunzig Tage ein neues Kennwort braucht, hängt eine Zahl an und zählt hoch; das Ergebnis ist schwächer als das Original und für einen Angreifer leichter zu raten. Dazu kommt, dass der Wechsel nichts nützt, wenn das alte Kennwort längst abgeflossen ist: Bis zum Stichtag hat der Angreifer Wochen Zeit.

Was an die Stelle der alten Regeln tritt

Drei Dinge. Ein Abgleich gegen Listen bekannter Passwörter beim Anlegen fängt genau die ab, die bei Credential Stuffing zuerst probiert werden. Eine Begrenzung der Versuche nimmt dem Brute-Force-Angriff die Grundlage. Und ein zweiter Faktor wirkt gegen alles, wogegen Länge und Aufbau nichts ausrichten.

Siehe auch:

Passwort-Hashing

Das Speichern von Passwörtern als nicht umkehrbarer Prüfwert statt im Klartext.

#Web-Security

Passwortmanager

Ein Programm, das Zugangsdaten verschlüsselt speichert und auf der passenden Seite einsetzt.

#Web-Security

Multi-Factor Authentication

Eine Anmeldung, die mindestens zwei Nachweise aus verschiedenen Kategorien verlangt.

#Web-Security

Credential Stuffing

Das automatisierte Ausprobieren geleakter Zugangsdaten bei anderen Diensten.

#Web-Security

Brute-Force-Angriff

Das systematische Durchprobieren von Passwörtern, bis eines passt.

#Web-Security

Peppering

Das Hinzufügen eines geheimen Werts zu einem Passwort vor dem Hashen.

#Web-Security