Ein Negativ-Prompt nennt einem KI-Modell, was in der Ausgabe fehlen soll. Verbreitet ist er bei der Bildgenerierung, wo er in den Werkzeugen als eigenes Eingabefeld neben dem eigentlichen Prompt steht.
- Negativ-Prompt
Eine Angabe, was in der Ausgabe eines KI-Modells fehlen soll.
Beispiel: „Im Negativ-Prompt standen Wasserzeichen, eingebrannter Text und verzeichnete Hände.“Wie er bei Bildern wirkt: Ein Diffusion Model baut das Bild aus Rauschen heraus und richtet sich dabei nach der Beschreibung. Der Negativ-Prompt liefert eine zweite Beschreibung, von der die Werkzeuge jeden Schritt wegsteuern. Deshalb wirkt er dort zuverlässig.
Bei Sprachmodellen gibt es dieses Feld nicht. Dort landet die Verneinung im gewöhnlichen Prompt und wird wie jede andere Anweisung gelesen.
Was in einen Negativ-Prompt gehört
Bei Bildern lohnen sich die immer gleichen Störungen: Wasserzeichen, Schriftzüge im Bild, abgeschnittene Körperteile, Hände mit falscher Fingerzahl, Doppelbelichtungen. Eine Hausliste mit zehn bis fünfzehn Begriffen deckt den größten Teil ab und wandert dann in jedes Projekt mit, siehe Prompt-Bibliothek.
Wann er das Bild verschlechtert
Wenn die Liste zu lang wird. Jeder Begriff im Negativ-Prompt engt den Spielraum ein, und bei vierzig Begriffen wirken die Bilder glatt und gleichförmig, weil das Modell um zu viel herumsteuern muss. Dazu kommt die Gegenrichtung: Ein Begriff im Negativ-Prompt ruft das Gemeinte mit auf. Wer „kein Rot“ schreibt, bekommt nicht selten Rot. Praktisch heißt das: mit fünf bis zehn Begriffen anfangen, und nur ergänzen, was in den Ergebnissen tatsächlich gestört hat.
Warum Verbote bei Text schwächer greifen
Eine Vorgabe, was dastehen soll, wirkt verlässlicher als ein Verbot. „Schreibe in kurzen Hauptsätzen“ trifft besser als „vermeide Schachtelsätze“, weil der verbotene Begriff im Prompt steht und damit selbst im Kontext liegt. In unserer Arbeit an den Glossartexten hat sich dasselbe gezeigt: Verbotslisten brauchen eine Prüfung hinterher, Formvorgaben greifen schon beim ersten Durchlauf. Unsere Hausliste verbotener Wörter steht deshalb im Prompt und wird nach dem Schreiben zusätzlich von einem Skript gegen den Text geprüft. Das ist der verlässlichere Weg, und er kostet wenige Sekunden je Eintrag.