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Mandantenfähigkeit

oder auch Multi-Tenancy

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 28.10.2026

Mandantenfähigkeit ist die Fähigkeit eines Systems, mehrere Kunden oder organisatorische Einheiten aus einer Installation zu bedienen, ohne dass ihre Daten sich berühren. Ein Mandant sieht und ändert ausschließlich das Seine.

Mandantenfähigkeit

Die Fähigkeit eines Systems, mehrere Kunden oder Einheiten mit getrennten Daten zu bedienen.
Beispiel: „Die Mandantenfähigkeit erlaubt jeder Landesgesellschaft eine eigene Redaktion.“

Auch: Multi-Tenancy. Das englische Wort tenant heißt Mieter: Alle wohnen im selben Haus und haben eigene Wohnungen.

Abgrenzung zur Multisite: Die betreibt mehrere Websites aus einer Installation; Mandantenfähigkeit trennt zusätzlich die Daten voneinander.

Wie Mandantenfähigkeit umgesetzt wird

Auf drei Ebenen, mit steigendem Aufwand und steigender Sicherheit. Entweder liegen alle Daten in denselben Tabellen und jede Zeile trägt eine Kennung des Mandanten. Oder jeder Mandant bekommt eigene Tabellen. Oder jeder bekommt eine eigene Datenbank.

Die erste Form ist die verbreitete und die anfälligste: Ein vergessener Filter in einer Abfrage zeigt fremde Daten. Deshalb gehört die Mandantentrennung in eine Schicht, die nicht umgangen werden kann, und nicht in jede einzelne Abfrage.

Was über die Daten hinaus getrennt gehört

Dateien, Protokolle und Zwischenspeicher. Ein Bild, das im gemeinsamen Dateisystem liegt und über eine erratbare Adresse erreichbar ist, ist trotz getrennter Datenbank für alle zugänglich.

Ebenso die Benutzerverwaltung: Ein Redakteur des einen Mandanten darf die Benutzerliste des anderen nicht sehen. Das ist eine Frage des Rollenkonzepts und wird bei nachgerüsteter Mandantenfähigkeit regelmäßig übersehen.

Wo die Mandantenfähigkeit an Grenzen stößt

Beim Anpassungswunsch einzelner Mandanten. Je mehr Sonderwünsche eine Einheit hat, desto weniger trägt das gemeinsame System; irgendwann ist eine eigene Installation ehrlicher als eine Konfiguration voller Ausnahmen.

Die zweite Grenze ist das gemeinsame Schicksal: Ein Update gilt für alle, und eine Störung trifft alle. Wer das nicht tragen kann, braucht getrennte Systeme, auch wenn die Pflege dadurch teurer wird.

Siehe auch:

Multisite

Eine Installation, die mehrere Websites betreibt.

#Content-Management-Systeme (CMS)

Rechte- und Rollenkonzept

Die Festlegung, wer im CMS was sehen, ändern und veröffentlichen darf.

#Content-Management-Systeme (CMS)

SaaS-CMS

Ein CMS, das der Anbieter betreibt und als Dienst bereitstellt.

#Content-Management-Systeme (CMS)

CMS

Ein System, mit dem Inhalte einer Website gepflegt werden, ohne den Quelltext anzufassen.

#Content-Management-Systeme (CMS)

Content-Wiederverwendung (Referenzen)

Denselben Inhalt an mehreren Stellen zeigen, ohne ihn zu kopieren.

#Content-Management-Systeme (CMS)

Datenbankbasiertes CMS

Ein CMS, das Inhalte in einer Datenbank speichert.

#Content-Management-Systeme (CMS)