Link Juice ist das Bild für die Bewertung, die ein Verweis an sein Ziel weitergibt. Es stammt aus der Zeit, in der PageRank öffentlich sichtbar war, und beschreibt anschaulich, was dort gerechnet wurde: eine Menge, die fließt und sich aufteilt.
- Link Juice
Das Bild für die Bewertung, die ein Verweis an sein Ziel weitergibt.
Beispiel: „Über den Link Juice aus 40 Beiträgen wurde die Leistungsseite stärker als die Startseite.“Auch: Link Equity, Linkkraft. Die englische Form ist im Fachgespräch die häufigere; Equity trifft die Sache besser, weil nichts verbraucht wird.
Eine Größe dieses Namens gibt es nicht. Es ist eine Sprechweise für etwas, das in den Bewertungssystemen anders und genauer gerechnet wird.
Wo das Bild vom Link Juice trägt
Bei drei Fragen. Dass ein Verweis von einer starken Seite mehr bewirkt als von einer schwachen. Dass sich die Wirkung auf viele ausgehende Verweise aufteilt. Und dass über die interne Verlinkung gesteuert werden kann, wo im eigenen Haus etwas ankommt.
Diese drei Punkte sind der praktische Kern, und dafür ist das Bild nützlich: Es macht in einem Satz klar, warum eine Seite, auf die niemand verweist, auch nicht gefunden wird.
Wo das Bild vom Link Juice in die Irre führt
Bei der Vorstellung, es gäbe eine feste Menge, die man verwalten müsse. Daraus entstand in den 2000ern das sogenannte PageRank-Sculpting: Mit nofollow auf internen Verweisen sollte der Fluss gelenkt werden. Google hat das Verfahren 2009 für wirkungslos erklärt, und es ist es seitdem.
Ebenso in die Irre führt die Vorstellung, Bewertung werde beim Weitergeben verbraucht. Wer auf eine gute Quelle verweist, verliert nichts; die Vorstellung, man müsse ausgehende Verweise sparen, kostet Texte ihre Belege.
Was statt Link Juice heute gesagt wird
Meist nichts, weil die Frage anders gestellt wird. Statt zu fragen, wie viel Kraft wohin fließt, fragt man, ob eine Seite im eigenen Haus gut angebunden ist und ob von außen jemand auf sie verweist. Beides lässt sich prüfen, der Fluss nicht.
Wo das Bild weiterhin gebraucht wird, lohnt der Zusatz, dass es eines ist. In einem Angebot oder einer Präsentation steht sonst eine Größe, nach der der Kunde später fragt und die niemand ausweisen kann.