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Kontextuelle Hilfe

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Kontextuelle Hilfe ist Hilfe an der Stelle, an der sie gebraucht wird: am Feld, am Schritt, am Begriff. Sie ersetzt den Weg auf eine eigene Hilfeseite.

Kontextuelle Hilfe

Hilfe an der Stelle, an der sie gebraucht wird, statt auf einer eigenen Seite.
Beispiel: „Die kontextuelle Hilfe am Feld erklärt, wo die Kundennummer auf der Rechnung steht.“

Auch: kontextsensitive Hilfe, Inline-Hilfe, Context-sensitive Help. Gemeint ist der Ort, nicht die Form: Das kann ein Hinweistext sein, ein aufklappbarer Abschnitt oder ein Beispiel.

Abgrenzung zum Tooltip: Der ist eine Form der Darstellung und erscheint erst bei Berührung oder Fokus. Kontextuelle Hilfe kann auch dauerhaft sichtbar sein, und bei wichtigen Angaben ist sie das besser.

Was die WCAG verlangt

Auf Stufe AAA verlangt Erfolgskriterium 3.3.5 „Help“ knapp, dass kontextsensitive Hilfe verfügbar ist. Verbindlich ist das für niemanden, weil die Gesetze AA verlangen.

Neu und auf Stufe A steht dagegen 3.2.6 „Consistent Help“: Wiederholen sich Hilfsangebote über mehrere Seiten, müssen sie in derselben Reihenfolge zum übrigen Inhalt erscheinen. Die Norm zählt vier Arten auf: Kontaktangaben zu Menschen, eine Kontaktmöglichkeit zu Menschen, eine Selbsthilfeoption und eine vollautomatische Kontaktmöglichkeit.

Welche Formen taugen

Ein kurzer Hinweis unter der Beschriftung, dauerhaft sichtbar, für alles, was beim ersten Mal unklar ist. Ein Beispiel im Platzhalter für das Format. Ein aufklappbarer Abschnitt für längere Erklärungen, der mit der Tastatur erreichbar ist.

Weniger taugt alles, was nur bei Mausberührung erscheint. Auf dem Telefon gibt es keine Berührung ohne Klick, und für die Tastatur muss die Hilfe eigens erreichbar sein.

Woran man den Bedarf erkennt

An den Rückfragen. Wo im Telefonat regelmäßig dieselbe Frage kommt, fehlt im Formular ein Satz. Das ist die billigste Quelle für Hilfetexte, die tatsächlich gebraucht werden.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten gilt dabei eine Reihenfolge: Erst das Feld so beschriften, dass keine Hilfe nötig ist. Erst wenn das nicht geht, einen Hinweis dazusetzen.

Siehe auch:

Tooltip

Kurzer Hinweistext, der neben einem Bedienelement erscheint, sobald der Zeiger darauf ruht oder es den Tastaturfokus bekommt.

#Benutzererfahrung (UX)

Microcopy

Die kurzen Texte an Bedienelementen: Beschriftung einer Schaltfläche, Hinweis unter einem Feld, Text einer Bestätigung.

#Benutzererfahrung (UX)

Formulare

Bereiche einer Website, über die Besucher Daten eingeben und absenden, von der Anfrage bis zur Bestellung.

#Website-Struktur

Kognitive Behinderungen

Einschränkungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache oder Verarbeitung.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

Fehlermeldung (UX)

Rückmeldung in Textform, die benennt, welche Eingabe nicht angenommen wurde und was der Nutzer nun tun kann.

#Benutzererfahrung (UX)