KI-gestützte Redaktion ist ein Redaktionsablauf, in dem KI-Werkzeuge einzelne Schritte übernehmen: Entwürfe schreiben, Texte kürzen, Überschriften vorschlagen, Metadaten erzeugen, Alt-Texte vorbereiten, gegenlesen. Die Entscheidungen bleiben bei der Redaktion.
- KI-gestützte Redaktion
Ein Redaktionsablauf, in dem KI-Werkzeuge Entwürfe, Prüfungen und Nebenarbeiten übernehmen.
Beispiel: „In der KI-gestützten Redaktion dauerte ein Fachartikel nicht halb so lang, und die Recherche wurde länger.“Wo die Werkzeuge am stärksten sind: Nebenarbeiten. Metatexte, Alt-Texte, Zusammenfassungen, Übersetzungen, Varianten von Überschriften, Prüfung auf Hausregeln.
Wo sie am schwächsten sind: beim Eigenen. Ein Standpunkt, ein Kundenfall, eine Zahl aus dem eigenen Haus entsteht nicht in einem Modell.
Welche Schritte sich eignen
Alles mit klarem Maßstab. Eine Hausregel lässt sich prüfen, eine Länge einhalten, ein Format erzeugen. Dafür sind Werkzeuge schneller und gleichmäßiger als Menschen, und der Gewinn ist unmittelbar messbar: Zeit je Artikel, Zahl der Nacharbeiten.
Welche Schritte nicht
Die Auswahl des Themas und die Prüfung der Angaben. Was geschrieben wird, folgt aus Marktkenntnis und Kundengesprächen, und beides liegt nicht in einem Modell. Die Prüfung muss ein Mensch mit Sachkenntnis machen, siehe Faktenprüfung bei KI-Texten. Wer diese zwei Schritte abgibt, bekommt Material, das wie alle anderen klingt.
Was sich an der Arbeitsteilung verschiebt
Mehr Recherche, weniger Formulierung. Das Schreiben ist nicht mehr der Engpass, und die freie Zeit geht in das, was den Text tragfähig macht: Nachfragen, Rechnen, Belege suchen. In unserer eigenen Redaktion hat sich das Verhältnis seit 2024 deutlich verschoben, und die Texte sind dadurch länger in der Entstehung und besser belegt.
Was in die Abläufe gehört
Abgelegte Anweisungen statt freies Tippen, eine Pflicht zur eigenen Angabe je Artikel und eine Person, die verantwortlich zeichnet. Diese drei Punkte sind der Unterschied zwischen einer Redaktion mit Werkzeugen und einer Textfabrik, und sie kosten keine Technik, nur eine Vereinbarung.
Was sich an der Qualitätssicherung ändert
Sie wandert nach vorn. Früher wurde am Ende lektoriert, heute wird vor dem Schreiben festgelegt, welche Angaben belegt sein müssen und woher sie kommen. Das klingt nach mehr Aufwand und ist weniger, weil eine falsche Zahl im fertigen Text teurer zu beheben ist als eine offene Frage im Entwurf.