Fehleridentifikation in Formularen heißt: Wird ein Eingabefehler erkannt, muss das betroffene Feld benannt und der Fehler in Text beschrieben werden. Ein roter Rahmen allein genügt nicht.
- Fehleridentifikation in Formularen
Die Anforderung, einen Eingabefehler in Text zu benennen und die Behebung zu nennen.
Beispiel: „Die Fehleridentifikation in Formularen fehlt, wenn das Feld nur rot umrandet ist.“Auch: Error Identification, Fehlerkennzeichnung. Gemeint ist die Rückmeldung nach einer Eingabe, nicht die Prüfung selbst.
Abgrenzung zur Formularvalidierung: Die prüft, ob eine Eingabe brauchbar ist. Die Fehleridentifikation beschreibt, wie das Ergebnis dieser Prüfung ankommt.
Was die WCAG verlangt
Erfolgskriterium 3.3.1 „Error Identification“ steht auf Stufe A: Wird ein Eingabefehler automatisch erkannt, wird das fehlerhafte Element benannt und der Fehler dem Nutzer in Text beschrieben. Auf Stufe AA verlangt 3.3.3 zusätzlich einen Hinweis zur Behebung, sofern er bekannt ist und die Sicherheit nicht gefährdet.
Der zweite Teil ist der, an dem es scheitert. „Ungültige Eingabe“ benennt den Fehler, nennt aber nicht die Lösung. „Die Postleitzahl hat fünf Ziffern“ nennt beides.
Woran Formulare scheitern
An der Farbe als einzigem Hinweis, an Meldungen, die nur über dem Formular stehen und nicht am Feld, an Meldungen ohne Ansage für Hilfsmittel und an Texten, die den Fehler technisch beschreiben statt praktisch.
Dazu kommt der Zeitpunkt. Eine Prüfung bei jedem Tastendruck meldet Fehler, solange noch getippt wird; geprüft wird sinnvoll beim Verlassen des Feldes und beim Absenden.
Was eine brauchbare Meldung enthält
Drei Dinge: welches Feld betroffen ist, was daran nicht stimmt, und was zu tun ist. Dazu eine Zusammenfassung am Anfang des Formulars mit Sprungzielen zu den Feldern, damit niemand suchen muss.
Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist das zugleich die wirksamste Änderung an Anfrageformularen überhaupt. Wer die Meldungen umschreibt, sieht den Unterschied in der Zahl der abgeschlossenen Anfragen.