Ein Extranet ist ein geschützter Bereich, den ein Unternehmen zusätzlich zu seinem internen Netz für ausgewählte Externe öffnet: Lieferanten, Partner, Kunden oder Vertriebshändler. Der Zugang läuft über eine Anmeldung, und jeder sieht nur, was für ihn freigegeben ist.
- Extranet
Ein Bereich, der Teile eines internen Netzes für benannte externe Partner zugänglich macht, geschützt durch Anmeldung und Rechtevergabe.
Beispiel: „Die Preislisten liegen im Extranet, jeder Händler sieht nur seine eigenen Konditionen.“Abgrenzung zum Intranet: Das Intranet steht nur den eigenen Mitarbeitern offen. Ein Extranet erweitert diesen Kreis gezielt um Externe.
Abgrenzung zum Kundenportal: Der Begriff Kundenportal bezeichnet dieselbe Sache aus Sicht des Nutzens, das Extranet aus Sicht der Netzarchitektur.
Wofür Extranets eingesetzt werden
Im Handel und in der Industrie ist der häufigste Fall der Händlerbereich: Preislisten, Produktdaten, Bildmaterial, Schulungsunterlagen und Bestellformulare an einer Stelle, jeweils mit den Konditionen des einzelnen Partners. In Dienstleistungsprojekten übernimmt ein Extranet die gemeinsame Ablage mit dem Kunden, vom Angebot über Zwischenstände bis zur Abnahme.
Der Gewinn liegt darin, dass Unterlagen nicht mehr per E-Mail verteilt werden. Es gibt eine gültige Fassung an einer Adresse, und wer eine ältere sucht, findet sie in der Historie statt in seinem Postfach.
Wann sich ein eigener Bereich lohnt
Der Aufwand rechnet sich ab dem Punkt, an dem dieselben Unterlagen wiederholt an mehrere Empfänger gehen und sich dabei ändern. Bei fünf Partnern und zwei Dokumenten im Jahr reicht die E-Mail. Bei fünfzig Händlern, die vierteljährlich neue Preise brauchen, ist die Verteilung per Mail eine dauerhafte Fehlerquelle, weil niemand mehr weiß, wer welchen Stand hat.
Was ein Extranet technisch verlangt
Der entscheidende Teil ist die Rechtevergabe. Ein Extranet ist erst dann brauchbar, wenn sich für jede Datei und jeden Bereich festlegen lässt, wer sie sehen darf, und wenn das ohne Eingriff der IT gepflegt werden kann. Dazu gehört die Frage, was beim Ausscheiden eines Partners passiert.
Dazu kommen die üblichen Anforderungen an geschützte Bereiche: Verschlüsselung, sichere Anmeldung, nachvollziehbare Zugriffe. Weil dort regelmäßig personenbezogene Daten und Geschäftsgeheimnisse liegen, gehört ein Extranet zu den Stellen, an denen sich eine Prüfung durch den Datenschutzbeauftragten vor dem Start auszahlt.