Ein externer Link führt von deiner Website auf eine fremde Domain. Aus Sicht der eigenen Seite ist er ein ausgehender Link, aus Sicht der Zielseite ein Backlink. Über das rel-Attribut teilst du der Suchmaschine mit, in welchem Verhältnis du zu dem Ziel stehst.
- Externer Link
Verweis von einer Website auf eine Seite außerhalb der eigenen Domain.
Beispiel: „Der Beitrag belegt die Frist mit einem externen Link auf den Gesetzestext.“Auch: ausgehender Link oder Outbound Link. Beide Bezeichnungen betonen die Richtung, in die der Verweis zeigt.
Abgrenzung: Ein Backlink ist dieselbe Verbindung aus der Gegenrichtung betrachtet. Dein ausgehender Link ist der Backlink des Empfängers.
Gegenbegriff: Der interne Link bleibt innerhalb derselben Domain.
Wozu externe Links im Text gut sind
Ein Verweis nach außen macht eine Aussage überprüfbar. Wer eine Frist, eine Versionsnummer oder eine Studie nennt, kann die Quelle direkt anbieten, statt den Leser suchen zu lassen. Für die Glaubwürdigkeit eines Textes ist das einer der wenigen Hebel, die ohne eigenen Aufwand wirken: Der Beleg steht schon fest, er muss nur verlinkt werden.
Daneben ordnen externe Links den eigenen Text thematisch ein. Suchmaschinen lesen mit, worauf eine Seite verweist, und leiten daraus ab, worum es geht. Ein Beitrag über Barrierefreiheit, der auf die WCAG und auf den Gesetzestext des BFSG zeigt, ist erkennbar in seinem Feld zu Hause.
Die rel-Attribute
Bis 2019 gab es für die Kennzeichnung nur nofollow. Seit der Ankündigung vom 10. September 2019 unterscheidet Google feiner und behandelt alle drei Werte als Hinweis statt als Anweisung: für die Bewertung seit 2019, für Crawling und Indexierung seit dem 1. März 2020.
<!-- Redaktioneller Verweis auf eine Quelle: ohne rel -->
<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bfsg/">Barrierefreiheitsstärkungsgesetz</a>
<!-- Bezahlter Verweis, zusätzlich in neuem Tab -->
<a href="https://beispiel-partner.de/"
rel="sponsored noopener"
target="_blank">Angebot unseres Partners</a>Wert im rel-Attribut | Wofür |
|---|---|
sponsored | Bezahlte Links: Werbung, Sponsoring, Affiliate-Verweise |
ugc | Links aus Inhalten, die Besucher erzeugen, etwa Kommentare und Forenbeiträge |
nofollow | Verweise, für die du nicht einstehen willst, ohne dass Geld geflossen ist |
Für einen redaktionellen Verweis auf eine Quelle braucht es keines dieser Attribute. Der Regelfall ist der unmarkierte Link, die Kennzeichnung ist die Ausnahme. Wo Geld im Spiel ist, ist sie allerdings Pflicht, unabhängig davon, wie die Suchmaschine damit umgeht. Der Zusatz noopener gehört zu jedem Link mit target="_blank": Er verhindert, dass die geöffnete Seite über JavaScript auf das Fenster zugreift, aus dem sie aufgerufen wurde.
Ausgehende Links und die eigene Sichtbarkeit
Die Sorge, ausgehende Links würden Bewertung abgeben, hält sich hartnäckig. In der Praxis überwiegt der Nutzen: Ein Beleg an der richtigen Stelle macht eine Aussage überprüfbar, und genau das ist es, woran Google Qualität festmacht. Wir verlinken deshalb Gesetzestexte, Herstellerangaben und Studien direkt auf die Originalquelle, statt sie nur zu erwähnen.
Was tatsächlich zu prüfen ist, sind die Ziele über die Zeit. Verlinkte Seiten verschwinden, Domains wechseln den Besitzer, und aus einem Fachbeitrag wird eine Parkseite mit Werbung. Ein regelmäßiger Lauf über die ausgehenden Links gehört deshalb zur Pflege eines Textbestands, der über Jahre stehen bleiben soll.
In neuem Tab öffnen, oder nicht
target="_blank" ist eine Entscheidung mit Nebenwirkungen. Der Zurück-Knopf funktioniert im neuen Tab nicht, und wer mit Tastatur oder Screenreader arbeitet, merkt den Wechsel unter Umständen nicht. Die WCAG behandeln das unter 3.2.5 Change on Request auf Stufe AAA: Ein neues Fenster soll auf Anforderung öffnen und nicht unangekündigt. Wer es einsetzt, kündigt es an, entweder im Linktext oder über ein Symbol mit zugänglichem Namen.
Sinnvoll ist ein neuer Tab dort, wo der Nutzer mitten in einem Vorgang steckt, den er nicht verlieren darf: ein ausgefülltes Formular, ein Warenkorb, ein Konfigurator. Bei einem Beleg im Fließtext stört der Wechsel eher.
Der Linktext trägt die Information
Das Erfolgskriterium 2.4.4 der WCAG verlangt, dass der Zweck eines Links aus dem Linktext hervorgeht. Wer Screenreader benutzt, ruft sich häufig eine Liste aller Links einer Seite auf. Darin stehen dann fünf Einträge „hier“ oder „mehr erfahren“ ohne Zusammenhang. Ebenso unbrauchbar ist die nackte Adresse als Linktext, weil sie Zeichen für Zeichen vorgelesen wird. Gut ist der Titel des Ziels oder die Aussage, die er belegt. Das gehört zu denselben Regeln, die das UX Writing für Beschriftungen aufstellt.
Ausgehende Links geben Daten weiter
Beim Klick auf einen externen Link erfährt die Zielseite standardmäßig, von welcher Adresse der Besucher kam. Für einen Beleg ist das unproblematisch, bei Adressen mit Parametern kann es mehr verraten als beabsichtigt. Steuern lässt sich das über rel="noreferrer" am einzelnen Link oder über die Referrer-Policy der Seite. Zu unterscheiden ist das von noopener, das den Zugriff der geöffneten Seite auf das aufrufende Fenster verhindert.
Ziele veralten, und zwar messbar
Der Bestand an ausgehenden Links ist ein Wartungsposten. Aus unserer Arbeit an gewachsenen Textbeständen ist das die Fehlerquelle, die am längsten unbemerkt bleibt, weil eine kaputte Verlinkung im eigenen Auftritt nichts sichtbar zerstört. Brauchbar ist eine Prüfung in festem Abstand, die nicht nur Fehlercodes meldet, sondern auch Weiterleitungen: Ein Ziel, das auf die Startseite weiterleitet, ist inhaltlich genauso verloren wie eines, das gar nicht mehr existiert.