Ein Exploit-Kit ist eine fertige Sammlung von Angriffscode, die den Browser eines Besuchers prüft und das passende Stück aussucht. Es verlangt kein Können, sondern Reichweite: Wer genug Menschen auf die Seite bringt, trifft irgendwann ein Gerät, dem ein Update fehlt.
- Exploit-Kit
Eine fertige Sammlung von Angriffscode, die den Browser eines Besuchers prüft und das passende Stück aussucht.
Beispiel: „Das Exploit-Kit lag auf einer gehackten Vereinsseite und lieferte Erpressungssoftware aus.“Auch: Solche Bausätze werden vermietet, mit Oberfläche, Statistik und Unterstützung. Bekannt geworden sind sie unter Namen wie Angler, RIG und Magnitude.
Abgrenzung zur Exploit-Kette: Die wird für ein Ziel gebaut. Ein Kit nimmt, was kommt, und ist auf Menge ausgelegt.
Wie ein Exploit-Kit arbeitet
In drei Schritten, die der Besucher nicht bemerkt. Eine Seite nimmt ihn entgegen und liest aus, welcher Browser, welches Betriebssystem und welche Erweiterungen laufen. Danach wählt das Kit aus seinem Vorrat den Angriff, der zu dieser Kombination passt. Gelingt er, lädt es die eigentliche Fracht nach, meist einen Trojaner oder Ransomware. Der Vorgang heißt Drive-by-Download, weil kein Klick nötig ist.
Wie Besucher auf ein Exploit-Kit stoßen
Über drei Wege, und zwei davon betreffen Website-Betreiber unmittelbar. Der erste ist manipulierte Werbung, die über ein Werbenetz auch auf gepflegte Seiten gerät. Der zweite ist die eigene Seite: Wer ein veraltetes Plugin betreibt, findet eines Tages fremdes JavaScript in seinen Vorlagen und verteilt den Angriff an die eigenen Besucher. Der dritte sind Weiterleitungsketten aus Suchergebnissen und sozialen Netzwerken.
Was gegen Exploit-Kits hilft
Auf der Besucherseite aktuelle Browser, die fremde Inhalte abschotten, dazu Updates für das Betriebssystem, siehe Sicherheitsupdate. Auf der Betreiberseite ein sauberes System und eine Content Security Policy, die fremde Skripte gar nicht erst ausführen lässt. Wer Werbung einbindet, sollte wissen, welches Netz dahintersteht, und wer eine Infektion findet, prüft die Vorlagen auf eingeschleuste Zeilen.
Warum Exploit-Kits seltener geworden sind
Weil ihr bester Kunde verschwunden ist. Die großen Kampagnen der 2010er Jahre lebten von Browser-Erweiterungen wie Flash, dessen Unterstützung Ende 2020 endete; zugleich schotten Browser fremde Inhalte heute besser ab und aktualisieren sich selbst. Verschwunden sind Kits damit nicht, aber der Schwerpunkt der Angreifer liegt inzwischen bei Nachrichten an Menschen und bei Lücken in Servern.