Ein Empty State ist der Zustand einer Ansicht, die keine Inhalte zeigt, weil noch keine angelegt, keine gefunden oder alle abgearbeitet wurden. Er ist der am häufigsten vergessene Zustand im Interface, weil Entwürfe mit gefüllten Beispieldaten entstehen und die leere Fassung nie auf den Tisch kommt. Gemeint ist die Ansicht als Ganzes: Ein Formularfeld ohne Eingabe hat dagegen einen eigenen Zustand.
- Empty State
Zustand einer Ansicht, die keine Inhalte zeigt, weil noch keine angelegt, keine gefunden oder alle abgearbeitet wurden.
Beispiel: „Der Empty State der Projektliste erklärt, wie das erste Projekt entsteht.“Auch: Leerzustand oder Nullzustand. Im Englischen steht er neben Loading State und Error State, die ebenfalls ganze Ansichten betreffen.
Verwechselt wird er gern mit der Fehlermeldung. Ein Empty State meldet keinen Fehler: Die Ansicht funktioniert und hat nur nichts zu zeigen. Sobald etwas schiefgegangen ist, gehört dort eine Fehlermeldung hin.
Die leere Ansicht ist der erste Eindruck
Am ersten Tag ist jede Liste leer. Wer sich anmeldet, sieht zuerst die Ansicht ohne Inhalte, und dieser Moment entscheidet, ob es weitergeht. Steht dort „Keine Daten vorhanden“, bleibt die Frage offen, was zu tun ist. Steht dort ein Satz zur Funktion der Ansicht und ein Button, der den ersten Eintrag anlegt, ist die Hürde weg.
In unseren Projekten fällt das meist erst beim Abnahmetermin auf, weil die Testumgebung seit Wochen gefüllt ist und niemand mehr den Blick eines neuen Nutzers hat.
Drei Fälle mit jeweils eigener Ansprache
Fall | Was in diesem Moment hilft |
|---|---|
Erster Gebrauch, noch nichts angelegt | Erklären, wofür die Ansicht gut ist, und den ersten Schritt anbieten |
Suche oder Filter ohne Treffer | Die Suchanfrage wiederholen, zu enge Filter ansprechen, einen Weg zum Zurücksetzen zeigen |
Alles abgearbeitet, Liste wieder leer | Den Erfolg bestätigen und auf die nächste Ansicht verweisen |
Der Unterschied liegt in der Haltung. Beim ersten Gebrauch fehlt Wissen, bei der erfolglosen Suche fehlt ein Treffer, und nach dem Abarbeiten fehlt nichts. Ein einziger Text für alle drei Fälle trifft höchstens einen davon.
Was in einen Empty State gehört
Zwei Dinge tragen die Ansicht: eine kurze Aussage, warum hier nichts steht, und ein Weg, das zu ändern, am besten als Button direkt darunter. Wer den leeren Zustand nur bebildert, hat die Fläche gefüllt und die Frage nicht beantwortet.
Der Ton bleibt sachlich. Ein Witz, den jemand beim ersten Mal nett findet, wird beim zwanzigsten Mal zur Zumutung, und gerade der Zustand nach erfolgloser Suche wird oft gesehen.