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Empty State

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 24.09.2026

Ein Empty State ist der Zustand einer Ansicht, die keine Inhalte zeigt, weil noch keine angelegt, keine gefunden oder alle abgearbeitet wurden. Er ist der am häufigsten vergessene Zustand im Interface, weil Entwürfe mit gefüllten Beispieldaten entstehen und die leere Fassung nie auf den Tisch kommt. Gemeint ist die Ansicht als Ganzes: Ein Formularfeld ohne Eingabe hat dagegen einen eigenen Zustand.

Empty State

Zustand einer Ansicht, die keine Inhalte zeigt, weil noch keine angelegt, keine gefunden oder alle abgearbeitet wurden.
Beispiel: „Der Empty State der Projektliste erklärt, wie das erste Projekt entsteht.“

Auch: Leerzustand oder Nullzustand. Im Englischen steht er neben Loading State und Error State, die ebenfalls ganze Ansichten betreffen.

Verwechselt wird er gern mit der Fehlermeldung. Ein Empty State meldet keinen Fehler: Die Ansicht funktioniert und hat nur nichts zu zeigen. Sobald etwas schiefgegangen ist, gehört dort eine Fehlermeldung hin.

Die leere Ansicht ist der erste Eindruck

Am ersten Tag ist jede Liste leer. Wer sich anmeldet, sieht zuerst die Ansicht ohne Inhalte, und dieser Moment entscheidet, ob es weitergeht. Steht dort „Keine Daten vorhanden“, bleibt die Frage offen, was zu tun ist. Steht dort ein Satz zur Funktion der Ansicht und ein Button, der den ersten Eintrag anlegt, ist die Hürde weg.

In unseren Projekten fällt das meist erst beim Abnahmetermin auf, weil die Testumgebung seit Wochen gefüllt ist und niemand mehr den Blick eines neuen Nutzers hat.

Drei Fälle mit jeweils eigener Ansprache

Fall

Was in diesem Moment hilft

Erster Gebrauch, noch nichts angelegt

Erklären, wofür die Ansicht gut ist, und den ersten Schritt anbieten

Suche oder Filter ohne Treffer

Die Suchanfrage wiederholen, zu enge Filter ansprechen, einen Weg zum Zurücksetzen zeigen

Alles abgearbeitet, Liste wieder leer

Den Erfolg bestätigen und auf die nächste Ansicht verweisen

Der Unterschied liegt in der Haltung. Beim ersten Gebrauch fehlt Wissen, bei der erfolglosen Suche fehlt ein Treffer, und nach dem Abarbeiten fehlt nichts. Ein einziger Text für alle drei Fälle trifft höchstens einen davon.

Drei gleich aufgebaute Ansichten nebeneinander: erster Gebrauch mit gestricheltem Platzhalter, Suche ohne Treffer mit Lupe, abgearbeitete Liste mit Haken.
Erkennbar sind die Fälle am Symbol und an der Ansprache, nicht am Aufbau der Ansicht.

Was in einen Empty State gehört

Zwei Dinge tragen die Ansicht: eine kurze Aussage, warum hier nichts steht, und ein Weg, das zu ändern, am besten als Button direkt darunter. Wer den leeren Zustand nur bebildert, hat die Fläche gefüllt und die Frage nicht beantwortet.

Der Ton bleibt sachlich. Ein Witz, den jemand beim ersten Mal nett findet, wird beim zwanzigsten Mal zur Zumutung, und gerade der Zustand nach erfolgloser Suche wird oft gesehen.

Siehe auch:

Loading State

Zustand einer Ansicht, solange die angeforderten Daten noch fehlen und an ihrer Stelle ein Hinweis auf den laufenden Vorgang steht.

#Benutzererfahrung (UX)

Microcopy

Die kurzen Texte an Bedienelementen: Beschriftung einer Schaltfläche, Hinweis unter einem Feld, Text einer Bestätigung.

#Benutzererfahrung (UX)

Onboarding im Interface

Einführung, die eine Anwendung neuen Nutzern beim ersten Aufruf gibt, um sie zur ersten gelungenen Handlung zu bringen.

#Benutzererfahrung (UX)

Zustände von Bedienelementen (Default, Hover, Active, Disabled)

Die verschiedenen Darstellungen, die ein Bedienelement je nach Situation annimmt, um seinen Status erkennbar zu machen.

#Webdesign-Grundlagen