Defacement ist die sichtbare Verunstaltung einer Website durch einen Angreifer. Meist wird die Startseite durch eine eigene Seite ersetzt.
- Defacement
Die sichtbare Verunstaltung einer Website durch einen Angreifer.
Beispiel: „Nach dem Defacement stand auf der Startseite eine politische Botschaft.“Auch: Website-Defacement, Verunstaltung. Die Motive reichen von politischen Botschaften über Geltungsdrang bis zur Werbung für fremde Angebote.
Abgrenzung zur Ransomware: Die Erpressung sperrt den Zugriff und fordert Geld. Das Defacement will gesehen werden.
Warum ein Defacement selten ein Einzelfall ist
Weil der Weg hinein für mehr taugt als für eine Textänderung. Wer eine Seite verändern kann, kann meist auch Dateien hochladen, Konten anlegen und eine Backdoor hinterlassen. Die sichtbare Botschaft ist deshalb vor allem ein Hinweis darauf, dass jemand drin war; der eigentliche Schaden zeigt sich erst in der Untersuchung.
Was sofort zu tun ist
In dieser Reihenfolge: sichern, trennen, suchen. Zuerst ein Abbild des Zustands samt Protokollen, denn das Zurückspielen vernichtet die Spuren. Dann die Seite vom Netz nehmen oder auf eine Wartungsseite umleiten. Erst danach die Frage, wie jemand hereinkam; das Einspielen der letzten Sicherung ohne diese Antwort führt dazu, dass derselbe Weg am nächsten Tag wieder benutzt wird.
Woher die meisten Defacements kommen
Aus veralteten Erweiterungen. Die große Mehrheit trifft Websites mit einem verbreiteten Redaktionssystem, bei denen ein Plugin seit Monaten kein Sicherheitsupdate bekommen hat; gesucht werden solche Seiten automatisch. Entsprechend wirksam ist die Gegenmaßnahme: zügig aktualisieren und alles entfernen, was nicht gebraucht wird.