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Bestätigungsdialog

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 24.09.2026

Ein Bestätigungsdialog ist der Zwischenschritt, der eine ausgelöste Aktion anhält und sie erst nach ausdrücklicher Zustimmung ausführt. Damit kauft er Sicherheit mit der Zeit aller Nutzer, auch der, die genau wussten, was sie taten.

Bestätigungsdialog

Zwischenschritt, der eine ausgelöste Aktion anhält und sie erst nach ausdrücklicher Zustimmung ausführt.
Beispiel: „Der Bestätigungsdialog vor dem Versand der Rechnung bleibt, das Löschen einer Notiz kommt künftig ohne aus.“

Auch: Confirmation Dialog oder schlicht Rückfrage. Die einfachste Form im Browser erzeugt die Funktion window.confirm, die einen Systemdialog zeigt und alles andere blockiert, bis er beantwortet ist.

Gegenbegriff: Rückgängig machen lässt die Aktion zu und hält den Weg zurück offen. Der Bestätigungsdialog kostet jeden einen zusätzlichen Klick, Undo nur den, der sich geirrt hat.

Er unterbricht jeden, auch den, der genau weiß, was er tut

Ein Dialog, der bei jedem Löschen erscheint, wird ab dem dritten Mal weggeklickt, ohne gelesen zu werden. Von da an schützt er niemanden mehr und kostet weiter Zeit. Besonders deutlich wird das bei Aufgaben, die sich wiederholen: Wer im Redaktionssystem zwanzig alte Beiträge aufräumt, beantwortet zwanzig gleich aussehende Rückfragen und übersieht dabei genau die eine, die einen anderen Text enthielt.

Wann er trotzdem richtig ist

Der Dialog ist die richtige Wahl, wenn sich die Folge nicht zurücknehmen lässt. Eine Rechnung, die an 42 Empfänger geht, eine ausgelöste Zahlung, ein Löschvorgang ohne Papierkorb, die Veröffentlichung einer Seite: In diesen Fällen ist der Klick die letzte Stelle, an der ein Irrtum noch etwas kostet.

Auch die WCAG 2.2 kennt diesen Fall. Das Erfolgskriterium 3.3.4 Error Prevention (Legal, Financial, Data) verlangt auf Stufe AA für rechtlich oder finanziell bindende Vorgänge eine von drei Absicherungen, und die dritte davon ist genau die Möglichkeit, die Angaben vor dem Abschluss zu prüfen, zu bestätigen und zu korrigieren. Wo die Übermittlung umkehrbar ist, greift die erste Variante, und der Dialog wird verzichtbar.

Wie er gebaut sein muss, damit er gelesen wird

Der Dialog nennt den Gegenstand und die Folge im Klartext. „Rechnung R-2026-118 an 42 Empfänger senden?“ wird gelesen, „Sind Sie sicher?“ nicht. Die Schaltflächen tragen das Verb der Handlung statt OK und Abbrechen, sodass die Antwort auch ohne die Frage verständlich bleibt. Der Fokus liegt beim Öffnen auf der harmlosen Option, Escape schließt den Dialog, und der Fokus kehrt danach an die Stelle zurück, von der aus er ausgelöst wurde. Für wirklich schwere Fälle empfehlen wir die getippte Bestätigung: Wer den Namen des Projekts abschreiben muss, klickt nicht versehentlich weiter.

Siehe auch:

Rückgängig machen (Undo)

Funktion, die eine gerade ausgeführte Handlung zurücknimmt und den Zustand wiederherstellt, der vor ihr bestand.

#Benutzererfahrung (UX)

Fehlervermeidung

Gestaltungsprinzip, das Eingabefehler durch Einschränkung der Auswahl und klare Führung von vornherein unwahrscheinlich macht.

#Benutzererfahrung (UX)

Microcopy

Die kurzen Texte an Bedienelementen: Beschriftung einer Schaltfläche, Hinweis unter einem Feld, Text einer Bestätigung.

#Benutzererfahrung (UX)

Nielsens 10 Usability-Heuristiken

Zehn allgemeine Regeln für die Gestaltung von Benutzeroberflächen, die Jakob Nielsen 1994 in ihrer heutigen Form veröffentlicht hat.

#Benutzererfahrung (UX)