Das Arbeitsverzeichnis ist der Ordner mit den Dateien, an denen du gerade arbeitest, in genau dem Zustand, in dem dein Editor sie zeigt. Es ist der einzige der vier Orte in Git, den du direkt siehst und anfassen kannst.
- Arbeitsverzeichnis
Der Ordner mit den Dateien, an denen du gerade arbeitest.
Beispiel: „Im Arbeitsverzeichnis stehen drei geänderte Dateien, vorgemerkt ist noch keine.“Auch: Working Tree, Working Directory, Arbeitskopie.
Abgrenzung zum Repository: Das Repository hält die Geschichte und liegt im Ordner
.git. Das Arbeitsverzeichnis ist alles daneben, also der aktuelle Stand zum Anfassen.
Was Git im Arbeitsverzeichnis unterscheidet
Drei Zustände. Unverändert heißt, die Datei entspricht dem letzten Commit. Geändert heißt, sie weicht davon ab und ist noch nicht vorgemerkt. Vorgemerkt heißt, sie liegt in der Staging Area und kommt in den nächsten Commit.
Dazu kommt ein vierter Fall: unversionierte Dateien, die Git noch nie gesehen hat. Sie bleiben außen vor, bis sie ausdrücklich aufgenommen werden.
Warum das Arbeitsverzeichnis der unsicherste Ort ist
Weil Git dort nichts festhält. Was du änderst und nicht vormerkst, existiert nur als Datei auf deiner Festplatte. Ein versehentliches Zurücksetzen oder ein verworfener Stand ist weg, und zwar endgültig.
Deshalb gilt die Faustregel, lieber öfter zu committen als seltener. Alles, was einmal in der Geschichte steht, lässt sich wiederfinden; alles davor nicht.
Wie man das Arbeitsverzeichnis sauber hält
Mit einer Datei .gitignore, die beschreibt, was Git ignorieren soll. Ohne sie listet jeder Statusaufruf Dutzende erzeugter Dateien auf, und zwischen diesem Rauschen übersieht man die eigenen Änderungen.
Hinein gehören die Ordner der Abhängigkeiten, die Ausgabeverzeichnisse der Toolchain und alles, was nur auf deinem Rechner gilt. Was dort steht, taucht in keinem Status und in keinem Commit mehr auf.