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Voice Control

oder auch Sprachsteuerung

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Voice Control ist die Bedienung eines Geräts oder einer Website mit gesprochenen Befehlen. Die Befehle beziehen sich auf das, was auf dem Bildschirm zu lesen ist.

Voice Control

Bedienung eines Geräts oder einer Website mit gesprochenen Befehlen.
Beispiel: „Mit Voice Control genügt der Satz ‚Klick Jetzt anfragen‘, um die Schaltfläche auszulösen.“

Auch: Sprachsteuerung, Spracheingabe. Apple nennt die Funktion Voice Control, Windows Sprachzugriff, Android Voice Access; dazu kommt Dragon als eigenständiges Programm.

Abgrenzung zum Sprachassistenten: Siri und Alexa beantworten Fragen und erledigen Aufträge. Voice Control bedient die Oberfläche, die vor einem liegt, Element für Element.

Abgrenzung zu Text-to-Speech: Die Sprachausgabe spricht, die Sprachsteuerung hört. Beides wird häufig verwechselt, weil beides mit Sprache zu tun hat.

Wie sie funktioniert

Das Programm liest die Bedienelemente der Seite aus und wartet auf einen Befehl, der eines davon benennt. Gesprochen wird dabei der Text, der zu sehen ist: „Klick Jetzt anfragen“, „Scroll runter“, „Zeig Nummern“, worauf jedes Element eine Ziffer bekommt.

Genutzt wird das von Menschen mit motorischen Behinderungen, von Menschen mit vorübergehenden Verletzungen und von allen, die gerade keine Hand frei haben.

Zwei Felder nebeneinander, beide mit derselben blauen Schaltfläche „Jetzt anfragen“: links ist der zugängliche Name identisch und mit grünem Haken versehen, rechts lautet er „Kontakt“ und trägt ein rotes Kreuz
Weicht der Name vom sichtbaren Text ab, findet der Befehl die Schaltfläche nicht.

Warum der sichtbare Text im Namen stehen muss

Dafür gibt es ein eigenes Erfolgskriterium. 2.5.3 „Label in Name“ verlangt auf Stufe A, dass der zugängliche Name eines Bedienelements den Text enthält, der sichtbar dargestellt wird. Als gute Praxis empfiehlt die Anmerkung, den sichtbaren Text an den Anfang des Namens zu stellen.

<!-- falsch: der Name ersetzt den sichtbaren Text -->
<button aria-label="Kontakt">Jetzt anfragen</button>

<!-- richtig: der sichtbare Text steckt im Namen -->
<button>Jetzt anfragen</button>

Woran es in der Praxis scheitert

An gut gemeinten Beschriftungen. Ein aria-label wird gesetzt, um die Ansage im Screenreader zu verbessern, und überschreibt dabei den sichtbaren Text. Für die Sprachsteuerung ist die Schaltfläche danach nicht mehr ansprechbar.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten betrifft das fast immer dieselben Stellen: Schaltflächen mit Symbol und Text, Karten mit „Mehr erfahren“ und Formulare, deren Beschriftung im Platzhalter steckt.

Siehe auch:

Assistive Technologien

Hilfsmittel, mit denen Menschen mit Behinderungen digitale Angebote bedienen.

#Barrierefreiheit (Accessibility) #Benutzererfahrung (UX)

ARIA-Labels

Attribute, die einem Bedienelement einen Namen geben, wenn sichtbarer Text dafür fehlt.

#Barrierefreiheit (Accessibility)

Bedienelement

Element einer Oberfläche, über das Besucher etwas auslösen oder eingeben.

#Benutzererfahrung (UX)

Button

Bedienelement, das eine Handlung auslöst und sich durch Form und Farbe als anklickbar zu erkennen gibt.

#Website-Struktur

WCAG-Erfolgskriterien

Die einzeln prüfbaren Anforderungen der WCAG, jede genau einer Stufe zugeordnet.

#Barrierefreiheit (Accessibility)