Eine URI ist der Oberbegriff für Zeichenfolgen, die eine Ressource eindeutig benennen. Dazu gehören alle URLs, aber auch Angaben, die etwas nur bezeichnen, ohne einen Weg dorthin zu nennen. Festgelegt ist die Syntax in RFC 3986.
- URI
Oberbegriff für Zeichenfolgen, die eine Ressource eindeutig benennen, darunter alle URLs.
Beispiel: „Die Angabe mailto:info@beispiel.de ist eine URI, aber keine Webadresse.“Auch: Uniform Resource Identifier. Ausgesprochen wird sie meist buchstabiert, seltener als „Juri“.
Abgrenzung zur URL: Die URL sagt zusätzlich, wie die Ressource zu erreichen ist, also über welches Verfahren und von welchem Rechner.
Abgrenzung zur URN: Die URN benennt dauerhaft, ohne einen Ort zu nennen, etwa eine ISBN-Nummer. Sie bleibt gültig, auch wenn das Buch umzieht.
Wie URI, URL und URN zusammenhängen
Die URI ist der Oberbegriff, URL und URN sind die beiden Spielarten darunter. Die URL lokalisiert, die URN benennt. In der Praxis begegnen fast ausschließlich URLs, weshalb beide Begriffe im Alltag durcheinandergehen.
Das ist selten ein Problem. Es wird eines, sobald eine Software den Unterschied macht: Programmierschnittstellen, Konfigurationsdateien und Schema-Vokabulare sprechen von URIs und akzeptieren dort auch Angaben, die keine abrufbare Adresse sind.
Die maßgebliche Festlegung ist RFC 3986. Dort steht auch, welche Zeichen in welchem Abschnitt erlaubt sind, und warum Doppelpunkt, Schrägstrich und Fragezeichen in einem Wert kodiert werden müssen.
<!-- URL: nennt Verfahren und Ort, ist also abrufbar -->
<a href="https://www.beispiel.de/kontakt/">Kontakt</a>
<!-- URI ohne Ort: benennt nur, was passieren soll -->
<a href="mailto:info@beispiel.de">E-Mail schreiben</a>
<a href="tel:+494012345670">Anrufen</a>Wo der Unterschied praktisch wird
Bei den Schemata jenseits von http und https. Angaben wie mailto, tel, sms oder data stehen in demselben Attribut wie eine Webadresse und verhalten sich völlig anders: Sie öffnen ein Programm auf dem Gerät, statt eine Seite zu laden.
Auch Content-Management-Systeme nutzen eigene Schemata. Statamic speichert interne Verweise beispielsweise als statamic://entry::id und löst sie erst beim Ausliefern in eine Adresse auf. Zieht die Seite um, bleibt der Verweis dadurch gültig.
Warum im Alltag meist URL gesagt wird
Weil die URL der Fall ist, der im Web vorkommt. Wer „URI“ sagt, meint in neun von zehn Fällen eine URL und wirkt nur genauer. Umgekehrt ist „URL“ für ein mailto-Ziel zwar ungenau, aber allgemein verstanden.
Für Texte gilt deshalb: URL schreiben, wo es um Webadressen geht, und URI dort, wo die Allgemeinheit des Begriffs gebraucht wird, etwa in technischen Festlegungen und in Schnittstellenbeschreibungen.