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UI-Kit

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 02.09.2026

Ein UI-Kit ist eine Sammlung fertiger Oberflächenbausteine, die in einem Projekt immer wieder gebraucht werden: Buttons, Formularfelder, Karten, Hinweise, Navigationselemente. Es liegt meist als Datei in einem Design-Tool wie Figma und dient als Vorrat, aus dem Entwürfe zusammengesetzt werden.

UI-Kit

Sammlung wiederverwendbarer Oberflächenbausteine für die Gestaltung, üblicherweise als Bibliothek im Design-Tool angelegt.
Beispiel: „Zieh den Button aus dem UI-Kit, dann stimmen Abstände und Zustände von allein.“

Abgrenzung zum Design System: Das UI-Kit liefert die Bausteine. Ein Design System liefert zusätzlich die Regeln für ihren Einsatz, die Dokumentation und die Entsprechung im Code.

Ein Rahmen Design System mit vier Feldern für Tokens, UI-Kit, Code-Komponenten und Regeln, daneben ein Pfeil auf den Living Styleguide
Das UI-Kit liefert die Bausteine für die Gestaltung und ist damit ein Bestandteil des Design Systems, das zusätzlich Tokens, Code und Regeln umfasst.

Wofür ein UI-Kit im Projekt sorgt

Der offensichtliche Nutzen ist Tempo. Ein Entwurf entsteht aus Bausteinen statt aus Rechtecken, und was einmal entschieden ist, wird nicht erneut verhandelt. Ein neuer Bildschirm braucht dann Minuten statt Stunden, weil die Bestandteile schon existieren.

Der weniger sichtbare Nutzen ist die Vollständigkeit. Wer einen Button als Komponente anlegt, legt ihn mit allen Zuständen an, und genau diese Zustände fehlen in freien Entwürfen am häufigsten. Was passiert beim Überfahren, wie sieht der deaktivierte Zustand aus, was zeigt der Button, während im Hintergrund gespeichert wird? Ohne Kit werden solche Fälle erst in der Entwicklung bemerkt und dort improvisiert.

Was ein UI-Kit brauchbar macht

Entscheidend ist, dass die Bausteine als echte Komponenten angelegt sind und nicht als kopierte Gruppen. Nur dann schlägt eine Änderung an der Quelle auf alle Verwendungen durch. Der zweite Punkt ist die Benennung: Wenn ein Baustein im Design-Tool anders heißt als im Code, entsteht bei jeder Übergabe Übersetzungsarbeit. Wir vergeben die Namen deshalb einmal gemeinsam und halten sie über beide Seiten hinweg gleich.

Genauso wichtig sind die Werte hinter den Bausteinen. Wenn Farben, Schriftgrößen und Abstände im Kit als benannte Variablen hinterlegt sind, lässt sich eine Anpassung an einer Stelle vornehmen und wirkt überall. Liegen sie als feste Zahlen in jedem Baustein, wird aus einer Farbänderung eine Woche Suchen und Ersetzen.

Gekauft oder selbst gebaut

Fertige UI-Kits gibt es zuhauf, viele davon kostenlos. Als Startpunkt für einen Prototyp sind sie brauchbar, weil sie in Stunden statt Tagen zu einem klickbaren Ergebnis führen. Für ein Produkt, das eine eigene Marke tragen soll, tragen sie selten weit: Die Bausteine sind auf ihre eigene Formensprache hin gebaut, und das Umbauen dauert am Ende länger als ein eigener Aufbau.

Siehe auch:

Design System

Gepflegte Sammlung aus Gestaltungsregeln, wiederverwendbaren Bausteinen und deren Dokumentation für alle Oberflächen einer Marke.

#Webdesign-Grundlagen

Living Styleguide

Dokumentation der Oberflächenbausteine, die aus dem Produktivcode erzeugt wird und deshalb nicht veralten kann.

#Webdesign-Grundlagen

Clickdummy

Klickbare Vorabversion einer Website, die den Ablauf zeigt, ohne dahinter zu funktionieren.

#Webdesign-Grundlagen

Prototyping-Tool

Software zum Entwerfen von Oberflächen und zum Verbinden dieser Entwürfe zu klickbaren Abläufen.

#Webdesign-Grundlagen

Grid-System im Webdesign

Ein Raster aus Spalten und Abständen, an dem Inhalte ausgerichtet werden, um über eine ganze Website dieselbe Ordnung zu erzeugen.

#Webdesign-Grundlagen