Der Turing-Test ist ein Prüfverfahren, bei dem ein Mensch im schriftlichen Gespräch unterscheiden soll, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet. Gelingt die Unterscheidung nicht besser als durch Raten, gilt der Test als bestanden. Er ist die älteste Messlatte für künstliche Intelligenz und als solche längst überholt.
- Turing-Test
Ein Prüfverfahren, bei dem ein Mensch im Gespräch unterscheiden soll, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet.
Beispiel: „Der Turing-Test ist als Maßstab überholt, als Gedanke aber der Anfang der ganzen Debatte.“Alan Turing hat ihn 1950 vorgeschlagen, um die Frage „kann eine Maschine denken“ durch eine beantwortbare zu ersetzen: ob sie im Gespräch von einem Menschen zu unterscheiden ist.
Was er nicht prüft: Verstehen, Bewusstsein oder Fachkönnen. Er prüft allein, ob eine Täuschung gelingt.
Vorgeschlagen hat ihn Alan Turing 1950 in der Zeitschrift Mind unter dem Titel Computing Machinery and Intelligence, auf den Seiten 433 bis 460. Der Aufsatz nennt den Test selbst nicht Turing-Test, sondern beschreibt ein Nachahmungsspiel.
Warum er als Maßstab nichts mehr taugt
Weil er inzwischen leicht zu bestehen ist, ohne dass damit viel bewiesen wäre. Heutige Sprachmodelle führen Gespräche, die in kurzen Durchgängen von menschlichen nicht zu unterscheiden sind, und bleiben dabei in Rechenaufgaben und Faktenfragen unzuverlässig. Der Test belohnt plausibles Reden und nicht Richtigkeit, und genau daran scheitert er als Messlatte.
Was an die Stelle getreten ist
Aufgabensammlungen mit prüfbarem Ergebnis. Gemessen wird heute an Prüfungsfragen, an gelösten Programmieraufgaben und an erledigten Aufträgen, siehe Evaluation. Das ist weniger eingängig und sagt deutlich mehr, weil ein Ergebnis entweder funktioniert oder nicht.
Warum der Gedanke dennoch zählt
Weil er die Frage nach der Erkennbarkeit gestellt hat, und die ist aktueller als je. Wer heute wissen will, ob ein Text, ein Bild oder ein Gesprächspartner maschinell ist, steht vor demselben Problem, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: Die Täuschung ist gelungen, und jetzt braucht es Kennzeichnung statt Raten, siehe KI-Kennzeichnung.
Was in dem Aufsatz noch steht
Der größere Teil besteht aus Einwänden und Antworten darauf: dass eine Maschine keine Seele habe, nichts Neues schaffen könne, nicht irren könne. Turing nimmt sie der Reihe nach auseinander und schlägt am Ende vor, Maschinen lernen zu lassen statt sie vollständig zu programmieren. Dieser letzte Gedanke ist der, der sich durchgesetzt hat.