Tenstorrent ist ein Chipunternehmen, das Beschleuniger für KI entwirft. Es wurde 2016 in Toronto gegründet, heute sitzt die Leitung in Kalifornien. Mitgründer war Ljubisa Bajic, der es bis 2023 führte; seither ist Jim Keller Geschäftsführer.
- Tenstorrent
Ein Chipunternehmen, das KI-Beschleuniger auf offener Grundlage baut und seine Entwürfe zugleich verkauft.
Beispiel: „Tenstorrent verkauft fertige Karten und lizenziert dieselben Bausteine an andere Hersteller.“Grundlage ist RISC-V, ein Befehlssatz, den jeder ohne Lizenzgebühr benutzen darf. Die üblichen Gegenstücke, ARM und x86, gehören jeweils einem Unternehmen.
Jim Keller hat zuvor an Prozessoren bei AMD, Apple, Tesla und Intel gearbeitet; bei AMD an der Zen-Reihe.
Was Tenstorrent von anderen Chipunternehmen unterscheidet
Das doppelte Geschäft. Üblich ist, entweder Chips zu verkaufen oder Entwürfe zu lizenzieren; Tenstorrent macht beides. Wer will, kauft eine fertige Karte, und wer lieber selbst baut, lizenziert die Bausteine und lässt eigene Chips fertigen.
Dazu kommt die Offenheit der Software. Die Werkzeuge, mit denen sich die Chips ansprechen lassen, liegen als Open Source vor, was den Gegenentwurf zur geschlossenen Umgebung von NVIDIA darstellen soll.
Worauf Tenstorrent setzt
Darauf, dass die Bindung an eine einzige Programmierumgebung irgendwann als Risiko gilt. Solange fast alle Werkzeuge im maschinellen Lernen auf den Umgebungen eines Anbieters aufsetzen, nützt die beste Hardware wenig.
Deshalb liegt der Aufwand weniger im Chip als in der Software darum herum. Das ist der langsame Teil, und daran entscheidet sich, ob aus dem Gegenentwurf eine Alternative wird.
Wie Tenstorrent und Taalas zusammenhängen
Über den Gründer. Ljubisa Bajic hat nach seinem Weggang Taalas gegründet und dort den entgegengesetzten Weg eingeschlagen: ein Chip für ein Modell, fest verdrahtet, statt eines Beschleunigers für beliebige Modelle.
Beide Ansätze zielen auf dieselbe Engstelle, nämlich den Weg zwischen Speicher und Rechenwerk, und beantworten verschieden, wie viel Beweglichkeit man dafür aufgibt.