Spracherkennung ist ein KI-Verfahren, das gesprochene Sprache in geschriebenen Text umwandelt. Der englische Name Speech-to-Text benennt die Richtung, die Abkürzung ASR steht für automatische Spracherkennung.
- Spracherkennung (Speech-to-Text)
Ein KI-Verfahren, das gesprochene Sprache in geschriebenen Text umwandelt.
Beispiel: „Die Spracherkennung schrieb das Protokoll der Besprechung mit, und zu korrigieren waren nur die Eigennamen.“Abgrenzung zum Voice Cloning: Das geht in die andere Richtung und erzeugt Sprache. Spracherkennung liest nur und erzeugt nichts.
Wie weit sie heute ist: Bei klarer Aufnahme in gepflegtem Deutsch liegt die Fehlerquote im einstelligen Prozentbereich und damit unter der einer ungeübten Mitschrift. Sprecherwechsel werden erkannt, Zeitstempel gesetzt, Sprachen automatisch bestimmt.
Wo sie zuverlässig scheitert
Bei Eigennamen, Fachbegriffen, Dialekt, mehreren gleichzeitig Sprechenden und schlechter Aufnahme. Firmennamen und Produktbezeichnungen trifft sie fast nie auf Anhieb, und das ist der Grund, warum eine Nachkontrolle nötig bleibt. Hilfreich ist, dem Werkzeug vorher eine Liste der erwarteten Namen mitzugeben, soweit es das unterstützt.
Wofür sie sich im Alltag lohnt
Für Besprechungsnotizen, für Interviews, für Diktate und für Untertitel. Der Gewinn liegt in der Umkehr der Arbeit: Statt mitzuschreiben und dabei nicht zuzuhören, hört man zu und korrigiert hinterher zehn Minuten. Für Untertitel kommt der Nutzen für die Barrierefreiheit hinzu, und dort gilt dasselbe wie überall: Die automatische Fassung ist der Entwurf und nicht das Ergebnis.
Was beim Einsatz zu klären ist
Wo die Aufnahme verarbeitet wird und ob eine Einwilligung der Beteiligten vorliegt. Eine Besprechung mitzuschneiden ist nicht ohne Zustimmung erlaubt, und ein Mitschnitt mit Kundendaten gehört nicht in einen Dienst ohne Vertrag. Beides gehört vor dem ersten Einsatz geklärt und in die KI-Richtlinie geschrieben. Dazu kommt die Frage der Aufbewahrung: Eine Mitschrift ist ein Dokument wie jedes andere, und sie liegt oft jahrelang in einem Werkzeug, in dem niemand sie vermutet. Wer Mitschriften anfertigt, legt deshalb von Anfang an fest, wohin sie gehören und wann sie gelöscht werden.