Ein Schwellenwert ist der Wert, ab dem ein Modell eine Vorhersage als Treffer behandelt. Modelle geben meist keine Entscheidung aus, sondern eine Zahl zwischen null und eins; erst die Schwelle macht daraus ein Ja oder Nein.
- Schwellenwert (KI)
Der Wert, ab dem ein Modell eine Vorhersage als Treffer behandelt.
Beispiel: „Mit einem niedrigeren Schwellenwert fand das Modell mehr Fälle und irrte sich häufiger.“Er verschiebt das Verhältnis von False Positive zu False Negative.
Abgrenzung zum Modell selbst: Die Schwelle wird nach dem Training gesetzt und lässt sich jederzeit ändern, ohne neu zu trainieren.
Wie ein Schwellenwert wirkt
Als Stellschraube zwischen zwei Fehlerarten. Eine niedrige Schwelle lässt mehr durch: Das Modell findet mehr der gesuchten Fälle und schlägt dabei öfter grundlos Alarm. Eine hohe Schwelle dreht das um.
Beides zugleich zu verbessern, geht nur über ein besseres Modell. An der Schwelle lässt sich nur verteilen, welche Art von Fehler man lieber in Kauf nimmt.
Wie ein Schwellenwert gewählt wird
Aus den Folgen, nicht aus der Mathematik. Wo ein übersehener Fall teuer ist, etwa bei einer Erkrankung oder einem Betrugsversuch, wird die Schwelle gesenkt und der Fehlalarm hingenommen.
Wo umgekehrt jeder Fehlalarm Arbeit auslöst oder Vertrauen kostet, wird sie angehoben. Die Entscheidung gehört damit zum Fachgebiet und nicht in die Entwicklung.
Was am Schwellenwert oft übersehen wird
Dass die voreingestellte Hälfte eine Setzung ist und keine Wahrheit. Viele Werkzeuge melden ihre Güte bei genau diesem Wert, obwohl er für den vorliegenden Fall selten der richtige ist.
Dazu kommt, dass sich die Lage ändert. Verschiebt sich die Zusammensetzung der Daten, passt die alte Schwelle nicht mehr, auch wenn das Modell unverändert bleibt.