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RLHF (Reinforcement Learning from Human Feedback)

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

RLHF ist das Nachtrainieren eines Sprachmodells anhand menschlicher Bewertungen seiner Antworten. Menschen vergleichen jeweils zwei Antworten und sagen, welche besser ist. Aus vielen solchen Vergleichen lernt das Modell, was erwünscht ist.

RLHF (Reinforcement Learning from Human Feedback)

Das Nachtrainieren eines Sprachmodells anhand menschlicher Bewertungen seiner Antworten.
Beispiel: „Durch RLHF hörte das Modell auf, auf jede Frage mit einer Aufzählung zu antworten.“

Der Ablauf in drei Schritten: Menschen bewerten Antwortpaare, aus den Bewertungen entsteht ein Modell der menschlichen Vorlieben, und mit diesem wird das Sprachmodell weitertrainiert. Der Vorgang wiederholt sich mit frischen Bewertungen.

Abgrenzung zum Fine-Tuning mit Beispielen: Dort lernt das Modell aus vorgegebenen guten Antworten. Beim RLHF lernt es aus Vergleichen, also daraus, welche von zwei eigenen Antworten besser ankam.

Warum es nötig wurde

Weil ein rein auf Textfortsetzung trainiertes Modell kein Assistent ist. Es setzt fort, was wahrscheinlich folgt, und das ist bei einer Frage oft eine weitere Frage. Hilfsbereitschaft, Knappheit und das Ablehnen schädlicher Anfragen stehen nirgends als Beispiel im Internet.

Die Arbeit, die das Verfahren bekannt gemacht hat, stammt von Anthropic: Training a Helpful and Harmless Assistant with RLHF vom April 2022. Sie beschreibt, wie Vorliebenmodelle und die darauf gestützte Weiterbildung im Wochenrhythmus mit frischen menschlichen Bewertungen aktualisiert wurden.

Was es nicht behebt

Falsches Wissen. RLHF verschiebt, wie ein Modell antwortet, und kaum, was es weiß. Ein Modell, das eine Jahreszahl falsch gelernt hat, gibt sie nach dem Verfahren höflicher und übersichtlicher falsch wieder, siehe Halluzination.

Wo die Kritik ansetzt

An der Herkunft der Bewertungen. Wer bewertet, bringt seine Maßstäbe mit, und ein Modell übernimmt sie. Die Auswahl der bewertenden Menschen ist damit eine inhaltliche Entscheidung und keine organisatorische.

Dazu kommt eine Nebenwirkung, die viele Nutzer kennen: Modelle werden durch das Verfahren freundlicher und zustimmender, weil zustimmende Antworten in Vergleichen besser abschneiden. Wer eine ehrliche Einschätzung will, fragt deshalb besser nach Gegenargumenten als nach einer Bewertung.

Siehe auch:

Reinforcement Learning

Maschinelles Lernen durch Belohnung, bei dem das Modell aus den Folgen seiner Entscheidungen lernt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Large Language Models

Sprachmodelle mit sehr vielen Parametern, die das nächste Token vorhersagen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Fine-Tuning (KI)

Das Weitertrainieren eines fertigen Modells mit eigenen Beispielen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Supervised Learning

Maschinelles Lernen aus Beispielen, bei denen die richtige Antwort mitgeliefert wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Halluzination (KI)

Eine erfundene Angabe, die ein Modell im Ton einer gesicherten Auskunft ausgibt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Trainingsdaten

Die Beispiele, aus denen ein KI-Modell seine Regeln ableitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)