QUIC ist ein Transportprotokoll, das über UDP läuft und den Verbindungsaufbau mit der Verschlüsselung zusammenlegt. Es nimmt die Stelle ein, an der sonst TCP und TLS getrennt arbeiten, und ist der Unterbau von HTTP/3.
- QUIC
Ein Transportprotokoll über UDP, das Verbindungsaufbau und Verschlüsselung zusammenlegt.
Beispiel: „QUIC braucht für die erste Anfrage einen Umlauf weniger als TCP mit TLS.“Entstanden 2012 bei Google, verabschiedet 2021 als RFC 9000. Der Name war ursprünglich eine Abkürzung für Quick UDP Internet Connections und ist heute keine mehr.
Abgrenzung zu TCP: Dieses garantiert die Reihenfolge über die ganze Verbindung. QUIC führt viele Ströme in einer Verbindung, die unabhängig voneinander ankommen.
Was QUIC gegenüber TCP ändert
Es kennt mehrere Ströme in einer Verbindung. Geht ein Paket verloren, wartet allein der betroffene Strom; bei TCP steht alles. Genau daraus zieht HTTP/3 seinen Gewinn.
Dazu kommt die Verschlüsselung als Teil des Protokolls. Bei TCP liegt TLS darüber, und beide handeln getrennt aus; QUIC macht das in einem Schritt und spart einen Umlauf.
Warum QUIC auf UDP aufsetzt
Weil TCP in den Geräten des Netzes festgeschrieben ist. Router, Firewalls und Mittelsysteme kennen seine Struktur und greifen hinein; eine Änderung an TCP hätte Jahrzehnte gebraucht.
UDP ist dagegen schlicht und wird durchgelassen. Alles, was QUIC an Verlässlichkeit braucht, bringt es selbst mit, und zwar im verschlüsselten Teil, wo kein Mittelsystem mitredet.
Was QUIC im Betrieb kostet
Rechenzeit. Weil die Arbeit im Programm statt im Kern des Betriebssystems läuft, braucht QUIC mehr Prozessorleistung je übertragenem Byte als TCP. Bei großen Mengen ist das ein Posten.
Dazu kommt die Sichtbarkeit: Für Firewalls und Überwachung ist QUIC undurchsichtig, weil fast alles verschlüsselt ist. Manche Unternehmensnetze sperren es deshalb, und der Browser fällt zurück.