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OAuth

oder auch OAuth 2.0

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 05.11.2026

OAuth ist ein Verfahren, mit dem eine Anwendung im Namen eines Nutzers auf einen fremden Dienst zugreifen darf, ohne dessen Passwort zu kennen. Die heute übliche Fassung heißt OAuth 2.0.

OAuth

Ein Verfahren, mit dem eine Anwendung im Namen eines Nutzers auf einen fremden Dienst zugreifen darf.
Beispiel: „Über OAuth darf das Buchungswerkzeug Termine in den Kalender schreiben, ohne das Kennwort des Kontos zu kennen.“

Auch: OAuth 2.0, abgekürzt OAuth2. Das Wort steht für „Open Authorization“.

Abgrenzung zur Anmeldung: OAuth regelt die Erlaubnis, nicht die Identität. Wer wissen will, wer der Nutzer ist, braucht OpenID Connect obendrauf.

Welches Problem OAuth löst

Das Weitergeben von Passwörtern an Dritte. Vor OAuth musste ein Dienst, der im Namen eines Nutzers auf einen anderen zugreifen wollte, dessen Zugangsdaten bekommen; damit hatte er vollen Zugriff auf alles und auf Dauer. OAuth ersetzt das durch ein Zeichen mit begrenztem Umfang und begrenzter Laufzeit, das sich zurückziehen lässt, ohne dass sich sonst etwas ändert.

Wie der Ablauf aussieht

In vier Schritten. Die Anwendung schickt den Nutzer zum Anmeldedienst; der Nutzer meldet sich dort an und bestätigt, was erlaubt sein soll; der Anmeldedienst schickt ihn mit einem kurzlebigen Code zurück; die Anwendung tauscht den Code im Hintergrund gegen ein Zugriffszeichen. Entscheidend ist, dass die Zugangsdaten dabei nie die Anwendung erreichen, sondern nur den Anmeldedienst.

Warum OAuth keine Anmeldung ist

Weil ein Zugriffszeichen nichts darüber sagt, wer davorsitzt. Es besagt, dass jemand einmal eine Erlaubnis erteilt hat, und nicht, dass gerade diese Person anfragt. Dienste, die aus OAuth eine Anmeldung gebastelt haben, sind deshalb in der Vergangenheit auf Token hereingefallen, die für eine andere Anwendung ausgestellt waren. Für Anmeldung gibt es die Erweiterung OpenID Connect, und die löst genau dieses Problem.

Worauf bei der Einrichtung zu achten ist

Auf den Umfang und auf die Rückkehradresse. Der Umfang legt fest, was die Anwendung darf; wer hier großzügig ist, hat später keine Handhabe. Die Rückkehradresse muss genau eingetragen sein und darf keine offenen Platzhalter enthalten, sonst lässt sich der Code an einen fremden Ort umleiten. Dazu kommt die Frage, wo das Zugriffszeichen liegt: im Speicher des Browsers ist es für Cross-Site-Scripting erreichbar.

Siehe auch:

OpenID Connect

Die Erweiterung von OAuth, die aus einer Erlaubnis eine Anmeldung macht.

#Web-Security

JWT

Ein signiertes Datenpaket, das Angaben über einen Anmeldevorgang transportiert.

#Web-Security

Single Sign-On (SSO)

Die einmalige Anmeldung, mit der sich mehrere Dienste nutzen lassen.

#Web-Security

Security Token

Ein Gegenstand oder Datenpaket, das einen Zugang nachweist.

#Web-Security

Authentifizierungstoken

Ein Datenpaket, das eine abgeschlossene Anmeldung bei weiteren Anfragen nachweist.

#Web-Security

CORS

Das Verfahren, mit dem ein Server Zugriffe von fremden Adressen gezielt erlaubt.

#Web-Security