Eine Native App ist ein Programm, das für ein bestimmtes Betriebssystem entwickelt wird, über dessen Store auf das Gerät kommt und dort installiert bleibt. Für iOS entsteht sie mit Swift, für Android mit Kotlin. Wer beide Systeme bedienen will, baut zweimal oder greift zu einem Framework wie React Native oder Flutter. Im Beratungsgespräch steht sie meist der Website gegenüber, und der Unterschied beginnt beim Zugang: Eine Website ist über ihre Adresse sofort da, eine App muss vorher installiert werden.
- Native App
Anwendung, die für ein Betriebssystem entwickelt, über dessen App Store installiert und direkt auf dem Gerät ausgeführt wird.
Beispiel: „Für die Terminbuchung reicht die Website, eine Native App würden die meisten Kunden einmal installieren und selten öffnen.“Gegenbegriff ist die Website im Browser. Sie wird über eine Adresse aufgerufen, von Suchmaschinen gefunden und braucht keine Freigabe durch Apple oder Google.
Dritter Weg: Die Progressive Web App ist eine Website, die sich auf dem Startbildschirm ablegen lässt, offline weiterarbeitet und Push-Nachrichten empfangen kann. Beschrieben wird sie über ein Web-App-Manifest.
Was eine App dem Gerät näherbringt
Eine Native App erreicht Systemfunktionen, die dem Browser verschlossen bleiben oder nur eingeschränkt offenstehen: Verarbeitung im Hintergrund, Bluetooth-Geräte, Widgets auf dem Startbildschirm, feine Steuerung von Kamera und Sensoren, die Einbindung in Systemdienste wie das Teilen-Menü. Dazu kommt Rechenleistung für aufwendige Grafik, etwa in Spielen oder bei 3D-Ansichten eines Produkts.
Der Abstand ist in den letzten Jahren kleiner geworden. Standort, Kamera, Offline-Speicher und Push-Nachrichten erreichen Websites über Browser-Schnittstellen, und unter iOS empfangen auch Web-Apps Push-Nachrichten, sobald sie auf dem Startbildschirm liegen. Die Entscheidung für eine App fällt deshalb selten an einer einzelnen Funktion.
Wann sich eine eigene App lohnt
Eine App rechnet sich, wenn eine bekannte Nutzergruppe sie regelmäßig öffnet. Das trifft auf Werkzeuge für Mitarbeiter und Außendienst zu, auf Kundenportale mit täglichem Gebrauch, auf Anwendungen, die auch ohne Netz weiterarbeiten müssen, und auf Angebote, bei denen der Kauf im Store selbst stattfindet.
Für Sichtbarkeit ist sie das schwächere Werkzeug. In Beratungsgesprächen kommt der Wunsch nach einer App häufig aus dem Wunsch nach Reichweite, und genau dort steht die Installation im Weg: Wer dich noch nicht kennt, lädt nichts herunter. Neukunden erreichst du über die Website, weil sie ohne Hürde erreichbar ist und in der Suche auftaucht.
Was nach dem Start dazukommt
Die laufenden Kosten fehlen in der ersten Kalkulation oft. Zwei Systeme bedeuten zwei Fassungen oder ein Framework, das beide bedient. Dazu kommen die Prüfung im App Store vor jeder Veröffentlichung, die jährliche Gebühr für das Entwicklerprogramm und größere Anpassungen, sobald Apple und Google neue Systemversionen ausliefern.
Dazu kommt die Versionsvielfalt im Feld. Eine Website aktualisierst du einmal und alle sehen dieselbe Fassung, bei einer App laufen alte Stände weiter, bis jemand das Update installiert. Wir empfehlen, vor der Entscheidung die Kosten für fünf Jahre Betrieb durchzurechnen und sie der Frage gegenüberzustellen, wie oft die App tatsächlich geöffnet wird.