Ein Splash Screen ist eine Bildschirmansicht, die beim Start einer Anwendung kurz erscheint, während im Hintergrund geladen wird. Im Web begegnet er vor allem als Startbild einer als App installierten Website, in Form einer eigenständigen Begrüßungsseite gilt er als überholt.
- Splash Screen
Eine kurz eingeblendete Ansicht beim Start einer Anwendung, die die Wartezeit bis zur Betriebsbereitschaft überbrückt.
Beispiel: „Der Splash Screen zeigt das Logo, bis die App geladen hat.“Auch: Startbildschirm. Die deutsche Form meint dasselbe, wird aber zugleich für den Homescreen eines Telefons benutzt, was gelegentlich zu Missverständnissen führt. Das englische to make a splash heißt Aufsehen erregen; gemeint ist der Auftritt vor dem eigentlichen Inhalt.
Abgrenzung zur Intro-Seite: Eine vorgeschaltete Begrüßungsseite mit Animation oder Sprachauswahl stellt sich vor den Inhalt, ohne eine Ladezeit zu überbrücken.
Wo er im Web vorkommt
Der eine berechtigte Fall ist die installierte Web-App. Wird eine Website über das Web-App-Manifest auf dem Startbildschirm abgelegt und von dort geöffnet, zeigt das Betriebssystem beim Start ein Bild aus Symbol, Name und Hintergrundfarbe. Diese Angaben stammen aus dem Manifest und lassen sich dort festlegen.
Der zweite Fall ist eine Anwendung, die nach dem Aufruf messbar Zeit zum Aufbauen braucht, etwa ein Konfigurator oder eine Kartenanwendung. Dort überbrückt eine ruhige Zwischenansicht die Wartezeit und verhindert, dass jemand auf eine halb aufgebaute Oberfläche klickt.
Warum die klassische Intro-Seite verschwunden ist
In den 2000er Jahren war eine vorgeschaltete Seite mit Animation und einem Verweis „zur Website“ verbreitet. Sie kostet jeden Besucher einen zusätzlichen Klick und Wartezeit, ohne etwas beizutragen, und für Suchmaschinen ist die Einstiegsseite dann inhaltsleer. Beide Gründe haben sie aus der Praxis verdrängt.
Wo heute etwas Ähnliches auftaucht, ist es meist eine Altlast oder eine Ladeanimation, die länger läuft als der Ladevorgang selbst. Beides lohnt eine Prüfung: Eine Wartezeit, die nur inszeniert wird, ist verlorene Zeit.
Worauf zu achten ist
Ein Splash Screen soll verschwinden, sobald geladen ist, und keine Mindestdauer haben. Er braucht ausreichenden Kontrast und sollte keine Bewegung zeigen, die sich nicht abschalten lässt. Und er ersetzt keine Rückmeldung: Dauert das Laden länger als etwa zwei Sekunden, gehört ein Hinweis dazu, dass tatsächlich etwas passiert.
Was auf Android und was auf iOS passiert
Die beiden Systeme erzeugen das Startbild unterschiedlich. Android leitet es aus dem Web-App-Manifest ab, aus dem Symbol, dem Namen und der Hintergrundfarbe. Ein Symbol von mindestens 512 Pixeln Kantenlänge gehört dazu, sonst fällt die Darstellung auf eine graue Standardansicht zurück.
Safari auf iOS wertet diese Angaben nicht aus. Dort braucht es eigene Bilder, eingebunden über apple-touch-startup-image, und zwar je Bildschirmgröße eine eigene Datei mit passender Medienabfrage. Das sind bei den aktuellen Gerätegenerationen rund ein Dutzend Dateien, und sie veralten mit jedem neuen Format. Wer eine Website als App auf dem Startbildschirm anbietet, sollte diesen Aufwand einplanen oder bewusst auf die Standarddarstellung verzichten.
Abgrenzung zu Ladezustand und Skeleton Screen
Drei Dinge werden im Alltag vermischt. Der Splash Screen erscheint beim Start der Anwendung, bevor sie überhaupt läuft, und wird vom Betriebssystem gezeigt. Ein Ladezustand erscheint innerhalb der laufenden Anwendung, während ein Vorgang dauert. Ein Skeleton Screen ist eine Sonderform davon: Er zeigt die Umrisse des Inhalts, der geladen wird, und macht schon sichtbar, was kommt.
Für die Wahl heißt das: Beim App-Start gibt es keine Alternative zum Splash Screen. Innerhalb der Anwendung ist er falsch, weil er eine Oberfläche verdeckt, die bereits da ist.
Wahrgenommene Wartezeit
Ein Startbild verkürzt keine Ladezeit, es überbrückt sie. Ob es die Wartezeit erträglicher macht, hängt davon ab, ob der Nutzer einen Fortschritt erkennt. Ein stehendes Logo ohne jede Veränderung wirkt nach zwei Sekunden wie ein Stillstand, und der nächste Schritt ist der zweite Tipp auf das Symbol. Bei längeren Startvorgängen gehört deshalb eine Fortschrittsanzeige dazu, bei sehr kurzen gehört das Startbild so schnell weg, wie es kam. Ein Splash Screen mit festgelegter Mindestdauer ist die einzige Form, die Wartezeit erzeugt statt sie zu überbrücken.