Kontextkompaktierung heißt: Wenn ein Gespräch mit einem KI-Werkzeug an die Grenze des Kontextfensters stößt, fasst das Werkzeug den bisherigen Verlauf zu einer Zusammenfassung zusammen und beginnt mit dieser ein frisches Fenster. Die Arbeit läuft weiter, ohne dass jemand das Gespräch neu aufsetzen muss.
- Kontextkompaktierung (Context Compaction)
Das Zusammenfassen eines vollen Gesprächsverlaufs, damit die Arbeit in einem frischen Kontextfenster weitergeht.
Beispiel: „Nach der Kontextkompaktierung stand die Absprache vom Vormittag noch in der Zusammenfassung, der genaue Wortlaut nicht mehr.“Was üblicherweise erhalten bleibt: getroffene Entscheidungen, noch offene Fehler, Details der Umsetzung und die zuletzt geöffneten Dateien. Was zuerst wegfällt: doppelte Werkzeugausgaben und Zwischenschritte, die zu nichts geführt haben.
Abgrenzung zum Kürzen: Ältere Oberflächen warfen beim Überlaufen schlicht den Anfang des Verlaufs weg. Die Kompaktierung behält stattdessen den Inhalt in verdichteter Form.
Wie der Vorgang abläuft
In drei Schritten, und meist ohne Zutun. Das Werkzeug merkt, dass der Platz knapp wird, erzeugt aus dem bisherigen Verlauf eine Zusammenfassung und startet ein neues Fenster, in dem nur noch diese Zusammenfassung steht. Danach geht es weiter, als wäre nichts gewesen.
Anthropic beschreibt das Verfahren im Beitrag Effective context engineering for AI agents und nennt auch, worauf es dabei ankommt: Entscheidungen, ungelöste Fehler und Umsetzungsdetails bleiben, redundante Werkzeugausgaben fallen weg, und die zuletzt geöffneten Dateien werden mitgenommen.
Was dabei verloren geht
Der Wortlaut. Eine Zusammenfassung hält den Faden und nicht die Formulierung, und genau deshalb fällt auf, wenn jemand sich später auf eine beiläufige Nebenabsprache beruft. Je öfter kompaktiert wurde, desto weiter ist der ursprüngliche Text weg.
Bemerkbar macht sich das selten als Fehler, sondern als Lücke. Die Arbeit läuft weiter und wirkt stimmig, nur eine Einzelheit von vor zwei Stunden taucht nicht mehr auf. Wer merkt, dass gerade kompaktiert wurde, prüft deshalb am besten kurz nach, ob die wichtigen Vorgaben noch stehen.
Was man selbst dazu beitragen kann
Alles herausschreiben, was gelten soll, bevor es eng wird. Eine Festlegung, die in einer Datei steht, übersteht jede Zusammenfassung; eine, die nur im Gespräch fiel, nicht zwingend. Ein Memory leistet dasselbe für Vorgaben, die über mehrere Sitzungen gelten sollen.